Ein Stück Hoffnung

Verdi: Stiffelio
STRASBOURG | NATIONAL DU RHIN

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Die Geschichte ist, nun ja, etwas seltsam: Ein eifersüchtiger Pastor trifft auf einen schwächlichen Nebenbuhler, der vom jähzornigen Schwiegervater getötet wird, die untreue Gattin bittet ihren frisch geschiedenen Ex-Mann um eine Beichte, und am Ende steht das christliche Verzeihen, wovon wiederum der getötete Liebhaber herzlich wenig hat. Schon 1850, während der Entstehungszeit seines «Stiffelio» (auf das beschriebene Libretto von Francesco Maria Piave), musste Giuseppe Verdi im katholischen Italien mit der Zensur kämpfen.

Auch eine Umbenennung der Oper zu «Aroldo» sieben Jahre später und die damit verknüpfte Umbettung des Stoffs in die Zeit der Kreuzzüge brachte dem Werk keinen Erfolg ein. Bis heute zählt «Stiffelio» zu den Schmerzenskindern Verdis.

Die Opéra national du Rhin in Strasbourg hat nun mit einer musikalisch wie szenisch starken Produktion ein Plädoyer für dieses verschmähte Dramma lirico abgeliefert. Schon zu Beginn der tänzerischen Ouvertüre ist in Bruno Ravellas Inszenierung ein Kreuz auf die dunkle Bühne (Hannah Clark) projiziert. Die spartanische Holzkirche hat keinen Ausgang ins Freie (wo ein bewölkter Himmel das kommende Unheil andeutet). Eng ist es in dieser ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Georg Rudiger

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