Ein Mord, den keiner versteht
Was noch nie sich traf, danach trachtet ihr Sinn: Anna Viebrock, bekannt als Ausstatterin Christoph Marthalers und Jossi Wielers, führt inzwischen selbst Regie und bringt Ungewöhnliches auf die Bühne. Wie Frank Castorf des herkömmlichen Repertoires überdrüssig, vertheaterte sie erst Robert Walsers Roman «Geschwister Tanner», um nun mit einem Musiktheaterprojekt, bestehend aus Werken Heimito von Doderers und Gustav Mahlers, aufzuwarten.
Geschehen in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten und Komponisten Johannes Harneit – der mit Nonos «Al gran sole carico d’amore» in Hannover Furore machte – am Berliner HAU 1. (Hinter diesem schlagkräftigen Kürzel verbirgt sich das zum «Hebbel am Ufer» mutierte Hebbel-Theater.)
Der Charme jener «Ohne Leben Tod» betitelten Produktion liegt tatsächlich in der Verknüpfung zweier Persönlichkeiten, die man kaum zusammengedacht hätte: auf der einen Seite Mahler, der dreifach heimatlose Komponist der vorletzten Jahrhundertwende; auf der anderen Doderer, der mit dem Nationalsozialismus zeitweise mehr als nur kokettierende Romancier nach-habsburgischer Panoramen. Beide verbindet der topographische Fluchtpunkt Wien sowie die jeweils bedeutsame Konversion zum ...
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Frau Jahns, Sie haben bereits Ende der achtziger Jahre in Dresden Schumanns «Liederkreis» auf die Bühne der Kleinen Szene gebracht. Damals war die Idee, Lieder als Mini-Opern zu interpretieren und zu visualisieren, etwas Neues. Was hat Ihr Interesse an szenischen Liederabenden ursprünglich motiviert?
Ich hatte eigentlich schon immer den Wunsch, mich beim Singen zu...
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Das eiserne...
