Ein Italiener in Paris
Pergolesis heiteres Intermezzo «La serva padrona» schlug 1752 in Paris wie eine Bombe ein. Die davon ausgelöste «Querelle des bouffons», bei der es um die von Rousseau aufgeworfene Frage ging, ob man die französische Sprache überhaupt vertonen und singen könne, hielt das intellektuelle Paris in Atem. Es blieb einem Italiener, dem aus Parma kommenden Egidio Duni (1708–1775), vorbehalten, die Franzosen vom Gegenteil zu überzeugen.
Gleich seine erste, 1757 in Paris uraufgeführte Opéra comique «Le peintre amoureux de son modèle» mit ihrer einfachen, unkomplizierten Handlung und ihrer leichteren Melodik wurde als Revolution empfunden. Duni übertrug den Stil der italienischen Intermezzi auf die französische Comique und wurde zum Schöpfer einer neuen Gattung, der «Comédie mêlée d’ariettes», einer mit Gesang untermischten Prosakomödie, bei der die gesprochenen Dialoge durch musikalische Nummern aufgelockert sind. Duni (Diderot rühmt ihn in seinem «Neveu de Rameau») leitete damit eine Entwicklung ein, die über Philidor, Monsigny und Grétry bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wirkte. Seine Stücke wurden in ganz Europa gespielt.
Die Handlung des knapp einstündigen «Peintre» ist simpel und ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 28
von Uwe Schweikert
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