Ein bisschen Frieden

Rossini: Le Siège de Corinth im Theater Erfurt

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Die Lateiner erinnern sich: Dulce et decorum est pro patria mori. Ob es Horaz tatsächlich darum zu tun war, den Tod fürs Vaterland zu nobilitieren, sei dahingestellt. Einen propagandistischen Anstrich hat die Sentenz allemal. Es geht aber noch martialischer: «Vaincre ou mourir!», «Siegen oder Sterben!» schmettern die tapferen Griechen in Gioacchino Rossinis «Le Siège de Corinth». Verhandlungsbereitschaft ist da nicht angezeigt. Die Regie von Markus Dietz gibt sich, von diesem Schlachtruf inspiriert, in der Wahl ihrer Darstellungsmittel ebenfalls wenig zimperlich.

Gleich zu Beginn regnet es Soldatenmäntel für die kampfbereiten griechischen Patrioten, Trockeneisnebel flutet die Szenerie, später ragen brennende Ölfässer aus einem Trümmerfeld; am neonlichtleuchtenden Kreuz hängt ein gelynchter Grieche. Es herrscht Krieg, anno 1458, als die Osmanen unter Mahomet II nach dem Fall Konstantinopels ihren Eroberungszug aufs griechische Festland fortsetzen. Kriegerisch ist auch die Entstehungszeit von Rossinis 1826 in Paris aus der Taufe gehobener tragédie-lyrique; es tobt der von der europäischen Öffentlichkeit mit leidenschaftlicher Anteilnahme verfolgte griechische Freiheitskampf. Ein ...

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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Werner Kopfmüller

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