Editorial Mai 2017
Als Serge Dorny, Intendant der Opéra de Lyon, im Herbst 2013 von der damaligen sächsischen Kunstministerin Sabine von Schorlemmer als neuer Chef der Dresdner Semperoper präsentiert wurde, hatte er sich für das traditionsbewusste Haus und die auf ihre ruhmreiche Geschichte mächtig stolze Stadt etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine Wieder-Holung szenischer Arbeiten, die in ihrer jeweiligen Zeit Maßstäbe setzten.
Der Belgier wollte etwa jene «Traviata» reanimieren, die Luchino Visconti 1955 an der Scala herausbrachte, mit Maria Callas in der Titelpartie und Carlo Maria Giulini am Dirigentenpult. Auf dem Wunschzettel standen ferner Wieland Wagners Bayreuther «Parsifal» (1951), Walter Felsensteins deutschsprachige Fassung des Verdi’schen «Otello» (Komische Oper Berlin, 1959), Andrei Tarkowskis «Boris Godunow» (London, 1983) und Heiner Müllers «Tristan»-Lektüre für den Grünen Hügel (1993). Allein, wenige Monate nach der Kür wurde der Neue in Dresden wieder abserviert. Die Idee eines Festivals rekreativer Erinnerung nahm er mit an seine alte Wirkungsstätte.
Im März dieses Jahres war es so weit, auch wenn es von den ursprünglich avisierten Produktionen nur Müllers unnahbar-nah in Erich ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Die Frage, warum der Schöpfer dem Menschen den mächtigsten Trieb gegeben habe, um diesen sodann ganz oben auf die Verbotsliste zu setzen, hat den «roten Priester» wohl nie sonderlich gequält. Denn Antonio Vivaldi handelte in seiner Libido, glaubt man den Berichten, recht frei. Auf jeden Fall besitzt die schönste Hauptsache der Welt auch in seinen Opern einen...
Lyon: «Elektra»
Wieder hat er ganze Arbeit geleistet: In mehr als 60 Details weicht Hartmut Haenchens «Elektra»-Material von den gängigen Druckfassungen ab. Änderungen und Ergänzungen, die, so die feste Überzeugung des Dresdner Dirigenten, den letzten Willen von Richard Strauss spiegeln. Aufgespürt vor allem in der Uraufführungspartitur von 1908/09. Für sich...
alpha
14.05. – 20.15 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Strauss: «Don Quixote»
S: Yo-Yo Ma
25.05. – 11.00 Uhr
Die Bamberger Symphoniker spielen Felix Mendelssohn Bartholdy
Symphonie Nr. 2, «Lobgesang» op. 52
28.05. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-moll
arte
01.05. – 00.25 Uhr
Mozart und Tschaikowsky bei den Proms
Bei den Londoner...
