Editorial

Um flotte Sprüche war Berlins Regierender Bürgermeister noch nie verlegen. Als «arm, aber sexy» hatte Klaus Wowereit die klamme Kapitale ­gepriesen. Und es besteht kein Zweifel, dass der Oberberliner im Roten Rathaus zum metropolitanen Sex-Appeal, nach dem man sich an Spree und ­Havel so sehr sehnt, auch die drei Opernhäuser der Stadt zählt. Seit Wowereit die Zuständigkeit für kulturelle Angelegenheiten an sich zog und damit die Unterfinanzierung von Staatsoper, Deutscher Oper und Komischer Oper nicht mehr einem Anderen anlasten kann, sind die Dinge plötzlich in Bewegung geraten.

Wowereit weiß: Bekommt er die Berliner Opernkuh nicht endlich vom Eis, hätte er den (Image-)Schaden und müsste wohl seine bundes­politischen Ambitionen begraben. Also pokerte er in den Verhandlungen zum neuen Hauptstadtvertrag (der die Beziehungen zwischen dem Bund und dem Land Berlin regelt) hoch – und gewann.
Der Bund wird 200 Millionen der auf 260 Millionen Euro veranschlagten Kosten für die Instandsetzung der Lindenoper bereitstellen; die Zuwendungen an die 2004 gegründete Stiftung Oper in Berlin, unter deren Dach die drei Häuser agieren, werden erstmals steigen – auf 116,3 Millionen Euro. Damit wäre ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen