Editorial

Vor zehn Jahren haben wir die erste «Opernwelt»-CD produziert. Die Reihe, die seitdem entstanden ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen – und sie folgt einer Grundidee. Alle diese CDs waren Sängerinnen oder Sängern gewidmet, die von der Plattenindustrie vernachlässigt wurden und wenig Chancen hatten, ihre Kunst und ihr Können für spätere Generationen zu dokumentieren. Ein Paradebeispiel ist die Sopranistin Catarina Ligendza, die auf der «Opernwelt»-CD von 2007 zu hören ist. Ein anderes Beispiel ist der Heldentenor Jean Cox (2002).

Bei einem «Bühnentier» wie Anny Schlemm konnten wir die Metamorphose der Stimme durch verschiedene Lebensalter und Fächer einfangen (2005). Und Sänger(innen), die von den Plattenfirmen in wenigen Rollen verewigt sind, zeigten auf unseren CDs ungewohnte Seiten: Julia Varady sang Lieder ihrer slawischen Heimat (2001), Anja Silja die Isolde (2000); Martha Mödl war als Carmen zu hören (1999) und Barry McDaniel mit der «Winterreise» (2004). Alles exklusiv für unsere Abonnenten.
Die CD des Jahres 2008 ist dem amerikanischen Bariton Thomas Tipton (1926-2007) gewidmet. Auch er wurde an den großen Bühnen zwischen München (wo er zum Kammersänger ernannt ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Vergriffen