Editorial

Es gibt nicht viele Intendanten, die dauerhaft Spuren hinterlassen. Die es schaffen, ein Haus oder ein Festival gleichsam neu zu erfinden. Mit kämpferischer Unruhe und frischen Ideen. Die uns überraschen auf höchstem Niveau. Exemplarisch vorführen, dass Musiktheater nichts mit Museum, sondern mit brennenden Fragen unserer Zeit zu tun haben sollte.

Gerard Mortier ist das gelungen. Immer wieder. Noch heute spricht man in Brüssel über die zehn Jahre (1981-1991), in denen er am Théâtre Royal de la Monnaie die Moderne einführte.

Und in Salzburg war es die einst heftig befehdete Ära Mortier (1991-2001), die plötzlich zum Maß avancierte, als nach der Demission Alexander Pereiras die künstlerische Zukunft der Sommerfestspiele zur Debatte stand. Dass mit Markus Hinterhäuser ein Geistesverwandter zum neuen Intendanten (ab 2016) gewählt wurde, darf Mortier als späte Bestätigung seines Kurses verbuchen. Auch die 2002 zum ersten Mal aufgelegte Ruhrtriennale, über deren jüngste Saison wir in diesem Heft ausführlich berichten (ab Seite 5), wurde von Mortier konzipiert – fraglos eines der wichtigsten Foren für die experimentelle Begegnung von Musik, Tanz und Theater.

Doch selbst ein Visionär von ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Albrecht Thiemann