Editorial

Er war schon immer Familienmensch. Natürlich nicht im herkömmlichen Sinne. Seine Familie – das sind die Theaterkünstler, die bereits den jungen Juristen im flämischen Gent faszinierten. Traumtänzer, Erfinder und Fantasten, ohne die das Kraftwerk Oper still stünde. Eigensinnige Naturen, über die Welt verstreut, unentwegt in Bewegung. Für Gerard Mortier war und ist Musiktheater zunächst einmal ein kostbares Soziotop, ein menschlicher Kosmos, in dem es auf jede Person ankommt. «Meine Erfahrung ...

sagt mir, dass man die Menschen, mit denen man arbeitet, sehr gut kennen sollte», bekannte er im Gespräch mit «Opernwelt» (siehe OW 3/2012). «Das belegt auch ein Blick in die Theatergeschichte. Wo haben die tollen Sachen stattgefunden? An Häusern, wo die Entwicklung der künstlerischen und menschlichen Beziehungen auf Kontinuität beruhte. ... Das ist auch mein Ideal. Das Theaterglück fällt nicht vom Himmel. Man muss es schaffen.»

Gerard Mortier schuf es immer wieder, dieses Glück. Mit klug durchdachten Spielplänen, dem demonstrativen Einsatz für Stücke des 20. und 21. Jahrhunderts (siehe Seite 10), ungewöhnlichen Besetzungen, frischen, nicht selten wegweisenden Deutungen des Kanons, sicherem ...

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Opernwelt März 2014
Rubrik: Opernwelt 3/14, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann