Editorial

Wer alles auf eine Karte setzt, handelt meist aus purer Verzweiflung. Dass die Sache mit dem Trumpf, der mit einem Stich alle Probleme löst, meist schiefgeht, ist keine grundstürzend neue Erkenntnis. Und doch scheint die Hoffnung auf den einen großen Befreiungsschlag unwiderstehlich. Sie gedeiht besonders gut, wenn einem die Schwierigkeiten über den Kopf zu wachsen drohen. Also vornehmlich dann, wenn eigentlich ein kühler Kopf gefragt wäre.

Mit rund zwei Milliarden Euro steht die Stadt Wuppertal in der Kreide.

Das macht knapp 5600 Euro pro Einwohner und Platz neun auf der Liste der am höchsten verschuldeten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Das ist zwar fast gar nichts gegen die mehr als 24 000 Euro Haushaltsmiesen, die auf jeden Berliner, oder gegen die 38 000 Euro, die auf jeden Bremer entfallen. Aber für die Wuppertaler Verwaltung offenbar Grund genug, in bester Sparabsicht die städtischen Bühnen zu ruinieren. Im Sommer 2013 wurde das sanierungsbedürftige Schauspielhaus, ein Glanzstück der Nachkriegsarchitektur (Gerhard Graubner), geschlossen; von der Schauspieltruppe existiert nur noch ein Rumpfensemble. Kurz darauf traf es die Opernsparte: Zum Ende der Spielzeit 2013/14 verloren ...

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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann