Editorial

Wenn es ums Geld geht, hört der Spaß bekanntlich auf. Manchmal fängt er allerdings, gibt man nur genug davon für prestigeträchtige Kulturbauten aus, dann auch erst so richtig an. Rund zweihundertfünfzig Millionen Euro hat man sich im spanischen Valencia einen von Star-Architekt Santiago Calatrava entworfenen «Palast der Künste» kosten lassen – in der Erwartung, das spektakuläre Gebäude werde Besucher aus aller Welt locken (siehe Seite 28). Auf einhundertsechsundachtzig Millionen Euro ist ein neues Konzertzentrum in Hamburg veranschlagt, die Elbphilharmonie.

Geplant hat den kühnen Glaskasten das gleichfalls zur ­S-Klasse zählende Büro Herzog & de Meuron – auf dem Dach ­eines alten Hafenspeichers. Das vorwiegend privat finanzierte Projekt – knapp sechzig Prozent der avisierten Baukosten sind durch Spenden sowie ­einen Investor abgesichert –  soll der Hansestadt, so die Hoffnung, zu einem Spitzenplatz unter den Kulturmetropolen dieser Welt verhelfen. Die Liste ließe sich mühelos fortschreiben.
Dass sich hinter den hypermodernen Fassaden indes oft gravierende Schönheitsfehler verbergen, gerät angesichts des sichtbaren Glanzes leider meist aus dem Blick. Es sind nicht so sehr bauliche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2005
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Willkommene Reinspülung

«Opera/Werke», die beim Steirischen Herbst 2005 uraufgeführte mehrtägige «Stadtoper» des Österreichers und Wahlberliners Peter Ablinger, hebt schon im Titel auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ab und ­rekurriert gleichzeitig auf die Sparten übergreifende ­Eigenart des «Gesamtkunstwerks» Oper. Ablinger zerlegt die elementaren Bausteine der Gattung in sieben...

Unerfüllte Sehnsucht

Vielleicht ist im Fall von Puccinis Bühnenerstling der Verzicht auf die Szene ein Gewinn. Zwar hätte sich Kirs­ten Harms, an Raritäten des Musiktheaters stets interessierte Intendantin der Deutschen Oper Berlin, gewiss auch einem voll ausgestatten Relaunch der tragisch krausen Schwarzwaldromanze «Le villi» (1883/84) des Fünfundzwanzigjährigen nicht verweigert, doch...

Sprungbrett

Alle zwei Jahre führt Elena Obraztsova einen internationalen Gesangswettbewerb in St. Petersburg durch und öffnet damit den Preisträgern die Tür zu vielen Opernbühnen weltweit. Der Grundgedanke des Wettbewerbs mutet beinahe philanthropisch an: Da sich die meisten jungen Sänger in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine Reise zu den Wettbewerben im Ausland nicht...