Duftig zündend

Meyerbeers entlegene Oper «L’esule di Granata» – mehr als eine pflichtschuldige Repertoire-Ergänzung

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Es geht wieder einmal um eines seiner Lieblingsthemen: um Emigrantenschicksale, um Verbannung und Heimkehr. Wie bereits in «Semiramide», in «Emma di Resburgo», «Margherita d’Anjou» oder «Il crociato in Egitto» behandelt Meyerbeer auch in «L’esule di Granata» einen in seiner Motivik vertrauten Stoff: Almanzor, Herrscher von Gra­nada, ruft die verbannten Abenceragen zu­rück.
Das am 12.

März 1822 in Mailand uraufgeführte und auf einem Libretto Felice Romanis basierende Werk hatte nicht den gleichen Erfolg wie die drei Jahre zuvor in Venedig vorgestellte «Emma» und konnte sich nicht lange auf der Bühne halten. Meyerbeer-Biograf Reiner Zimmermann bezeichnete «L’esule» einmal als einen «‹Steinbruch› für spätere Werke», da beispielsweise die von der Harfe begleitete, hinter der Szene gesungene Gebetszene in Form eines Knabenchors in «Le Prophète» wiederkehren sollte; andere Passagen übernahm Meyerbeer in «Dinorah» und «L’Africaine».
In der Reihe «Opera Rara» – wo sonst? – ist dieses «Melodramma in due atti» nun als CD erschienen. Den Hörer erwartet ein ausgeglichen harmonisches Ensemble, keine Vordrängler, kein Ausfall. Mirco Palazzi in der Rolle des vertriebenen Herrschers Sulemano singt ...

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Opernwelt Juni 2006
Rubrik: CDs, Seite 57
von Christoph Vratz

Vergriffen
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