Du meine Wonne, du meine Lust!
Arme Königin. Liegt dort, ganz und gar zerstört nach der Abreise ihres Geliebten, auf der nackten Erde, und weiß sich nicht anders zu helfen, als ihr Schicksal zu beklagen, mit Tönen, die allerdings direkt aus dem Himmel zu kommen scheinen, so schmerzensreich schön klingen sie, wie von einem verwundeten Engel entsendet.
Didos Klagearie «When I am laid in earth» aus Purcells «Dido and Aeneas» zählt zu den Paradesoli der Alten Musik, und so, wie Janet Baker das Stück, vom Dirigenten Anthony Lewis und dem English Chamber Orchestra auf Rosen gebettet, singt, ist es zugleich ein Glanzpunkt jener Edition mit 21 CDs, die zu Ehren der britischen Sopranistin kürzlich beim Label Decca erschienen ist und Aufnahmen der Ausnahmekünstlerin aus den Jahren 1961 bis 1977 versammelt. Wer mag, kann sich mehrere Tage hintereinander daran delektieren – an der stilistisch souveränen, stimmlich luziden Art und Weise, wie Dame Janet hier Lieder, Kantaten und Arien aus mehreren Jahrhunderten ausgestaltet, von Cavalli, Purcell und Händel über Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven und Mendelssohn, das französische Repertoire (Berlioz, Fauré, Chausson, Ravel, Delage), bis zu Strauss, Mahler und der Musik ihrer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Olga Myschkina
Ob obiges Bildnis wirklich bezaubernd schön ist, darüber ließe sich ausgiebig debattieren, zumal sich der Geschmack über die Zeiten hin doch stark geändert hat. Was aber unzweifelhaft ist: Der Mann, den wir dort sehen, war einer der mächtigsten Absolutisten Europas und hält zudem mit einer Amtszeit von satten 72 Jahren den Herrscher-Rekord. Von 1643, da war er...
Mozarts «Ascanio in Alba» fristet im gängigen Opernrepertoire eher ein Nischendasein. Bei der Frankfurter Erstaufführung erstrahlt das Bühnenwerk aus der Feder des 15-jährigen Komponisten in zeitgemäßem Design. Regisseurin Nina Brazier und Bühnenbildner Christoph Fischer siedeln die von Kaiserin Maria Theresia für die Hochzeitsfeierlichkeiten eines Sohnes in...
Und kein Traum ist völlig Traum», so heißt es doppeldeutig in Arthur Schnitzlers «Traumnovelle». Dieselbe Assoziation stellt sich beim Betrachten des CD-Covers ein, vermittelt über «Eyes Wide Shut», Stanley Kubricks filmischen Schwanengesang auf Schnitzlers Spuren. Denn es zeigt Karine Deshayes und Jérôme Correas mit geschlossenen Augen, als träumten sie Mozarts...
