Dresden, Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Harry Kupfers langjähriger Ausstatter Hans Schavernoch liefert mit einem schrottreifen Helikopter den flexiblen Einheitsort für den Aufstieg und den Fall der Stadt Mahagonny – eine Kulisse, die dem Bordell ebenso Platz bietet wie dem elektrischen Stuhl. Diese Großraumskulptur im ansonsten sterilen, schwarzen Bühnenraum liefert freilich auch einen unfreiwilligen Kommentar zur Inszenierung: Aus Dresden ist nämlich eine veritable Bruchlandung zu vermelden.
Gleich zu Beginn setzen drei steckbrieflich gesuchte Glücksritter mit ihrem Hubschrauber in einer wüsten Gegend auf.
Die ist durch architektonische Modell-Versatzstücke – von Brandenburger Tor über synthetische Hochhäuser bis hin zu reaktivierten Mauerstücken – deutlich als Zentrum deutscher Gegenwartsmalaise zu erkennen. Vielleicht weil es in Dresden (nebenan im Schauspiel mit aktualisierten Hauptmann’schen «Webern» und ihren juristisch attackierten «Anspielungen») schon einmal «funktioniert» hat, macht Kupfer aus dem Alaska-Veteranen Jim Mahoney einen Johann Ackermann. Dessen Losung vom «Alles Dürfen» begeistert die Bewohner Mahagonnys ebenso zuverlässig, wie ihn sein Geldmangel am Ende auf den elektrischen Stuhl bringt. Doch ...
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Dass die Kunst nach dem Gelde geht, war schon zu Lessings Zeiten gängige Praxis. Schon Ende des 18. Jahrhunderts war die Suche nach pekuniären Quellen, sprich: der materiellen Basis jedweder literarischer, musikalischer oder dramatischer Äußerung per se nichts Verwerfliches. Das gilt in besonderem Maße für die Oper, die kostspieligste aller schönen Künste. Stand...
Restauration oder Revolution, das ist hier, gleichsam als Fallbeispiel für die Gattung, die Frage: Glaubt man Heinrich Heine, der Leben und Werk seines Zeitgenossen Gioacchino Rossini mit großem Interesse verfolgte und kommentierte, dann lässt sich Ersteres aus der Musik des genialischen Italieners heraushören; neigt man hingegen der Ansicht Antonio Amores zu, dann...
Paolo Carignani dirigiert in Frankfurt die für Paris 1865 erweiterte Fassung von Verdis «Macbeth». Dabei reibt sich die melodische Suggestion, auf die er setzt, mitunter an einer szenischen Interpretation, für die die schroffere Urfassung angemessener wäre. Aus der so entstehenden gelegentlichen Diskrepanz zwischen Graben und der drastisch aufgerauten Optik auf der...
