Dresden, Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Harry Kupfers langjähriger Ausstatter Hans Schavernoch liefert mit einem schrottreifen Helikopter den flexiblen Einheitsort für den Aufstieg und den Fall der Stadt Mahagonny – eine Kulisse, die dem Bordell ebenso Platz bietet wie dem elektrischen Stuhl. Diese Großraumskulptur im ansonsten sterilen, schwarzen Bühnenraum liefert freilich auch einen unfreiwilligen Kommentar zur Inszenierung: Aus Dresden ist nämlich eine veritable Bruchlandung zu vermelden.
Gleich zu Beginn setzen drei steckbrieflich gesuchte Glücksritter mit ihrem Hubschrauber in einer wüsten Gegend auf.
Die ist durch architektonische Modell-Versatzstücke – von Brandenburger Tor über synthetische Hochhäuser bis hin zu reaktivierten Mauerstücken – deutlich als Zentrum deutscher Gegenwartsmalaise zu erkennen. Vielleicht weil es in Dresden (nebenan im Schauspiel mit aktualisierten Hauptmann’schen «Webern» und ihren juristisch attackierten «Anspielungen») schon einmal «funktioniert» hat, macht Kupfer aus dem Alaska-Veteranen Jim Mahoney einen Johann Ackermann. Dessen Losung vom «Alles Dürfen» begeistert die Bewohner Mahagonnys ebenso zuverlässig, wie ihn sein Geldmangel am Ende auf den elektrischen Stuhl bringt. Doch ...
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Es leuchtet ein, dass die Umschichtung des Klassik-Marktes weg von der CD-Gesamtaufnahme hin zur DVD besonders der Barockoper zugute kommen muss: Die Erfolgsproduktionen von Werken Händels, Monteverdis, Cavallis und Rameaus in den letzten Jahren bewiesen schließlich gerade die verblüffende szenische Lebendigkeit des barocken Musiktheaters und seine (auch formale)...
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Unter den Komponisten seiner Generation, die man historisch der «giovane scuola» zuordnet, war Francesco Cilea (1866-1950) schon zu Lebzeiten ein Außenseiter. Sein Nachruhm gründet sich auf eine einzige Oper, «Adriana Lecouvreur» (und auf die populäre Tenorarie «È la solita storia» aus «L’Arlesiana»). An «Gloria», sein letztes Bühnenwerk, hat er selbst nicht recht...
