Donizetti: Maria Stuarda
Er ist ein Dirigent, wie ihn sich jedes Orchester nur wünschen kann – nicht nur ausnehmend präzise in der Schlagtechnik und von umfassender Werkkenntnis, sondern offensichtlich mit einem Charisma ausgestattet, das Musiker zu Höchstleistungen animiert: der neunundzwanzigjährige Ungar Henrik Nánási. Auch Kollektive großer, renommierter Häuser spielen selten so differenziert, in solcher Feinabstimmung, so beseelt (Flöten, Holzbläser!), aber auch so direkt zupackend, ja peitschenknallend wie das Philharmonische Orchester in dieser Augsburger Erstaufführung.
Da die Inszenierung von Pavel Fieber Donizettis Schiller-Vertonung nur dekoriert, statt sie in Szene zu setzen, da er die Sänger wie Puppenskulpturen in grellfarbene Krinolinen à la Oskar Schlemmer steckt, aus dieser wenig abendfüllenden Idee aber keine wie auch immer stilisierte Personenregie ableitet, kann man sich ganz auf die Musik konzentrieren und Nánási bei der Arbeit zuschauen. Außerdem sind die beiden Königinnen exzellent besetzt: Die Elisabetta von Vuokko Kekäläinen trumpft dunkel timbriert und doch mit beweglicher Stimme auf. Kristen Strejc ist mit einem hellen, leichten, zart vibrierenden Sopran das perfekte Gegenbild. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Irgendwo in der Südsee lebt Erwin (Anne-May Krüger), der, wenn er nicht gerade in seiner Hängematte schläft, mit seinen Freunden, den «Dschangel Kings», den ganzen Tag Musik macht. Eines Tages landet der staatlich geprüfte Audiologe Professor Hoggins (James Martin) mit seinem Tonbandgerät auf der Suche nach den Stimmen und Klängen seltener Tiere auf der Insel....
Schön war er beileibe nicht, wenn man der von der Fondazione Giorgio Cini in Venedig aufbewahrten Zeichnung von Marco Ricci glaubt: Ein großer Körper mit zu kleinem Kopf, fettleibig und froschgesichtig, posiert er mit Helm und Federbusch. Der Alt-Kastrat Francesco Bernardi (ca.1680-1759), der sich nach seiner Geburtsstadt Siena «Senesino» nannte, war neben seinem...
Es muss ja nicht gleich alles auf silvestertaugliche Nostalgiebilder hinauslaufen, die Strauß’ «Fledermaus»-Phantasmagorie aus der Spätphase der k. u. k.-Monarchie zur seligen Walzerparade verharmlosen, wenn der in Polka, Galopp und Dreischritt eingeschriebene Hintersinn des Stücks auf der Bühne Gestalt annehmen soll. Jene morbide Wiener Sozietät der Eisensteins,...
