Franz von Toupet

Donizetti: Don Pasquale Wien / Staatsoper

Von Peter Brooks «leerem Raum» ist keine Rede bei Donizettis «Don Pasquale» in der szenischen Exegese seiner Tochter Irina an der Wiener Staatsoper, im Gegenteil: Das Ganze ist eine quietschbunte, klamaukige Abrechnung mit unserer Event-Zeit, voller Slapstick, Scherz, Satire und Ironie – in Form von typisch angelsäschischem tongue in cheek, vor allem im ganz in Pink gehaltenen Finale. Doch es gibt auch Augenblicke tieferer Bedeutung.

Etwa, wenn der in die Jahre gekommene Titelheld – anders als ein Berlusconi im wirklichen Leben – einsehen muss, dass auch ein Toupet (das hier beinahe ein skurriles Eigenleben führt) sowie Massagen et cetera verlorene Jugend nicht zurückgewinnen können. Wenn Norina dem Alten die berühmte Ohrfeige gibt, hält man den Atem an, und das Mädchen selbst scheint äußerst betroffen. Schließlich ist dies, so beschreibt es Donizetti-Biograf Robert Steiner-Isenmann,
einer der tragischsten Momente im gesamten Bühnenwerk des Komponisten.

Natürlich hätte das Ganze auch in ähnlicher Harmlosigkeit enden können wie voriges Jahr Irina Brooks Annäherung an Donizettis «Liebestrank» in Berlin. Doch da ist Michele Pertusis Pasquale vor – hier Eigentümer eines etwas ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché