Don Quijote auf Speed

Kein Ende der Vivaldi-Hausse: «Orlando Furioso» und «Arsilda»

An der Wiederentdeckung des Opernkomponisten Antonio Vivaldi hat «Orlando Furioso» gewichtigen Anteil: Die weltweit ausgestrahlte szenische Produktion dieser Oper anlässlich des Vivaldi-Jahres 1978 mit Marilyn Horne in der Titelrolle machte ein breites Publikum erstmalig darauf aufmerksam, dass Händel nicht der einzige Barockkomponist gewesen ist, der Opern geschrieben hat.

Die in der Folge bei der französischen Erato entstandene Einspielung unter dem damals als Vivaldi-Spezialisten hoch geschätzten Claudio Scimone war, zusammen mit dem bei Philips herausgebrachten «Tito Manlio» unter Vittorio Negri, eine der ersten Gesamtaufnahmen und ist bis heute im Katalog erhältlich. Über die glättende, strom­linienförmige (durch eine entsprechende Revision des Werks unterstützte) Ästhetik ist die Zeit freilich längst hinweggegangen, und angesichts der Vivaldi-Hausse auf dem CD-Markt war eine Neueinspielung des ­«Orlando», den Ulrich Schreiber in seinem Opernführer immerhin als Vivaldis gelungenste Oper bezeichnet, überfällig. Im Rahmen seines schon mit etlichen Preisen überschütteten Vivaldi-Projekts hat das kleine Label Opus 111 jetzt diese Bringschuld eingelöst und damit zugleich sinnig an ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2005
Rubrik: Platten, Seite 54
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verdi: Attila

Verdis wilde Männer: Bald nach dem «Nabucco» ließ sich der Komponist von Attila fesseln, der «Geißel Gottes». Eine Paradepartie für Bässe, die Belcanto mit Ausdrucksgewalt zu verbinden wissen. In Gelsenkirchen setzt Nicolai Karnolsky seine robuste Stimme wirkungsvoll ein, wird allerdings von Jee-Hyun Kims Ezio in die Schranken verwiesen, ein Hüne in Gestalt und...

Plattenbauoperette

Das alte Klagelied der Leichten Muse: Warum gibt es keine neuen, aktuellen Operetten mehr? Immer nur Wien, Wien, nur du allein, und natürlich Offenbach. Der schaute seiner Zeit und deren Gesellschaft bissig-witzig-aggressiv mit intelligenter Musik und pointierten Texten ins Gesicht und kalte Herz. Noch heute amüsiert uns das, die Machart vor allem, denn die...

Raster der Welt

Dass Großbritannien ein Paradies für Exzentriker jedweder Couleur sei, ist keineswegs bloß ein wohlfeiles Klischee. Wohl in keinem zweiten Land der Alten Welt werden private Marotten, bizarre Gebräuche und Umständlichkeiten im öffentlichen Leben mit einer so weitherzigen, selbstverständlichen Toleranz bedacht (und zum Gegenstand eines er­frischend selbstironischen...