Don Giovanni
Ein Mann will Sex – und holt es sich von vielen.
Mal hier, mal da, es zählt mit: Leporello,
Der selbst kein Bock mehr hat, hier mitzuspielen:
«Ach ja, so ist’s nun mal, ich bin dein Fellow.»
Am Anfang stirbt der Vater Donna Annas.
Erdolcht von ihm, dem alten Schürzenjäger.
Am schönsten sang die Anna, klar: die Callas!
Doch: Wo kein Richter ist, da auch kein Kläger!
Drum kommt Juan zunächst ganz unbescholten
Mit Mord und Schmusen, auch mal wider Willen,
Die meiste Zeit davon.
Die Männer schmollten,
Anstatt Giovanni endlich mal zu killen!
Zum Schluss taucht Donna Annas Vater auf,
Bringt Donnie um, D-Dur, zack, Deckel drauf!
Opernwelt März 2023
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Arno Lücker
Der Coup findet seine Fortsetzung: Vor 13 Monaten hatte das «Rheingold» in der Regie von Ewelina Marciniak an den Bühnen Bern Premiere. Damit begann der erste «Ring» überhaupt in Bern, damit begann auch die erste Musiktheaterarbeit der polnischen Regisseurin, die sich – erst in ihrer Heimat und dann auch in Deutschland – zu Recht den Ruf erworben hat, keinerlei Angst vor großen Stoffen zu...
Manchmal ist die Liebe wie Fallobst. Plumpst unerwartet (und doch seit langem ersehnt) direkt vor unsere Füße, und eine bange Sekunde lang fragt man sich, ob man dieses Obst überhaupt aufheben sollte, oder ob dieses nicht vielleicht sich selbst, gleichsam hegelianisch, «aufhebt» und in die Lüfte entschwebt. Zu groß ist das Erstaunen über seine Existenz (und Essenz), über die Saftigkeit,...
Wenn er in der ersten Probe ans Pult tritt, ist das Gros der Arbeit schon getan. Viel, ja: zu viel gilt es schließlich zu berichtigen, korrigieren, auszumerzen. Ohnehin hat Hartmut Haenchen gern eigenes Material dabei, was Musikerinnen und Musikern regelmäßig die Augen übergehen lässt. Fast in jedem Takt, fast auf jeder Note findet sich da ein für sie neues Vortragszeichen – so die Note...
