Die Welt gehört Alberich

Der amerikanische Tenor Stephen Gould über Helden in der Politik und in der Kunst, über das Verhältnis von Natur und Kreatur sowie sein Faible für Richard Wagner

Für Stephen Gould kann ein Spruch gelten, den man gewöhnlich etwas leichtfertig benutzt: Er kam, sah und siegte. Vor sieben Jahren war das, als er, nach Engagements vorwiegend in Musicals, auf eigene Faust nach Europa ging, an verschiedenen Häusern vorsang und schließlich in Linz sein Debüt als Florestan gab. Es folgte eine steile Karriere, die ihn bald an die international wichtigen Opernhäuser führte – und mehr und mehr zum Wagner-Fach.

An der Wiener Staatsoper singt Stephen Gould bei der Neuproduktion des «Rings» (Regie: Sven-Eric Bechtolf, Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst) den Siegfried. Über die Schwierigkeiten dieser Partie, über Politik im «Ring» und die Zusammen­arbeit mit verschiedenen Regisseuren hat Stephen Gould mit Jürgen ­Otten gesprochen.  

Herr Gould, ich möchte mit Ihnen über Helden reden.
Oh!

Ist Barack Obama gerade auf dem Weg, ein Held zu werden?
Ich glaube, kein Politiker in Amerika ist momentan ein echter Held. Für mich ist diese ganze Entwicklung bizarr. Was frü­her republikanisch bedeutete, ist heute demokratisch. Ich fürchte, niemand hat die richtige Antwort auf die Probleme, auch Obama nicht. Wir bräuchten eine dritte, starke Partei. Und ich glaube ...

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Opernwelt April 2008
Rubrik: Interview, Seite 30
von Jürgen Otten

Vergriffen
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