Die verkaufte Braut
Wenigstens auf den Wettbewerb würden Freiburg und Saarbrücken gewiss liebend gern verzichten – den Wettbewerb nämlich, welches der beiden Häuser dem unwürdigeren Spardruck ausgesetzt ist. Als Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» dort im Zwei-Wochen-Abstand Premiere hatte, schien das Saarländische Staatstheater vorn zu liegen. Beeindruckend, wie sich der Widerstand an der Saar zu formieren begann und jede Beifallsäußerung auch zu einer Demonstration der Verbundenheit wurde.
Und beeindruckend auch, mit welcher Kraft an beiden Bühnen trotz der lähmenden Belastung Kunst hervorgebracht wird. Es sind Aufführungen, die den einst pejorativen Begriff der Provinz zum Adelsprädikat erheben – und das bei einem Werk, das nun wirklich jeder Opernmensch von legendendären Stimmen im Ohr hat und das an beiden Häusern obendrein aus dem Ensemble besetzt werden konnte.
Eine «Lucia»-Konkurrenz, die hier wie dort nicht auf dem so genannten Regietheater fußt. In Freiburg inszenierte mit Roland Schwab ein Gast, in Saarbrücken der Operndirektor und Chefdramaturg Matthias Kaiser. Seine Lesart siedelt insgesamt näher am gewohnten Erscheinungsbild von Donizettis Singtragödie – schottische Düsternis, ...
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