Die Sache mit der Libido

Doppelpack: Janáceks «Füchslein» in München

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Ein von der Ehe gelangweilter Förster, eine ebenso frustrierte Frau, dann plötzlich, als verhängnisvolle «Chance», eine neue, animalische, von allerlei anderem Getier umgebene Gefährtin, das offerierte das BR-Symphonieorchester zu Anfang der Saison als «Familienkonzert». Leos Janáceks «Schlaues Füchslein» als Nettigkeitsoffensive für Jung und Alt, moderiert von Rufus Beck. Es war der Auftakt zu einer kleinen Serie, die Bände spricht über fehlende Absprachen im Münchner Musikleben.



Gleich drei «Füchsleins» in einer Spielzeit also, wobei die beiden nachfolgenden Institutionen die Sache mit der Nachwuchspflege anders verstanden: Die Bayerische Staatsoper vertraute das Stück ihrem zu neuer Blüte erwachten Opernstudio an, holte sich für die Produktion im Cuvilliéstheater Regisseur David Bösch. Das Gärtnerplatztheater machte gemeinsame Sache mit der Bayerischen Theaterakademie. Alle Aufführungen im Prinzregententheater waren mehrfach und «gemischt» besetzt: Bewährte Ensemblekräfte trafen auf Studenten. Nur selten war sofort hör- und sichtbar, wer am Anfang steht und wer schon einige Jahre Karriereerfahrung hat.

Böschs Produktion mit dem Opernstudio ist so etwas wie die Antithese zur ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Markus Thiel

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