Die Natürlichkeit des Artifiziellen

Diana Damraus Debüt-Recitals bei Virgin Classics

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Dass Mozarts Königin der Nacht als Angelegenheit für Spezialistinnen gilt, hat die Partie auch in Verruf gebracht. Denn zum einen können Koloratursopranistinnen allzu leicht darauf festgelegt werden, zum anderen ­passt oft das chinesische Märchenbild der mechanischen Nachtigall: koloraturgewandt, doch ohne Eigenpersönlichkeit. Diana Damrau ist längst zur Ehrenrettung der Figur angetreten, verleiht ihr Fleisch und Blut.

Die beiden Szenen seien punktuell und kurz, es müsse der Moment wie durch ein Brennglas eingefangen werden, aber es gebe noch immer genug Bandbreite bei den Emotionen, meint sie. Den vermeintlichen Bruch sieht sie aus der Perspektive der Psychoanalyse. Es sei der «Schatten» im Sinne C. G. Jungs, den sie in der zweiten Arie bediene, den Mr. Hyde des Doktor Jekyll. So lässt sie die beiden ­Arien der Königin zu Höhepunkten ihres ­Debüt-Recitals bei Virgin Classics werden. Die erste Szene, das üble Spiel der Königin mit den naiven Gefühlen Taminos, kostet sie differenziert aus. Fulminant die zweite Arie, eine Explosion dämonischer Energie. Zumal sie in Jérémie Rhorer, dem Gründer und Leiter des Ensembles «Le Cercle de l’Harmonie», einen Dirigenten zur Seite hat, der sich ...

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Opernwelt November 2007
Rubrik: CDs, Seite 51
von Gerhard Persché

Vergriffen
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