Die Mühen der Ebene
Der Kreis des ersten Jahres hat sich geschlossen. Kölns neuer Opern-Intendant Uwe Eric Laufenberg hat nach der ersten nun auch die letzte Saison-Premiere selbst in Szene gesetzt, auf die «Meistersinger» (vgl. OW 10/2009) folgte nun «Don Giovanni».
Zu hohe Maßstäbe sollte man allerdings nicht anlegen, schließlich gilt es zu bedenken, auf welch bescheidenem Level das Haus noch vor einem Jahr dümpelte und wohin es sich in relativ kurzer Zeit entwickelte.
Man sollte diesen «Don Giovanni» nicht vergleichen mit einem genialischen Entwurf à la Stefan Herheim in Essen (OW 3/2007), wo die aufwändige Inszenierung in einen über Jahre hinweg bestens funktionierenden Betrieb eingebunden ist. Laufenberg erzählt die Geschichte vor dem Hintergrund unserer Tage, frei von allem romantischen Ballast und sonstigen Rezeptionsmustern. Dass sich bei einer so eindeutigen Übersetzung ins Heute zwangsläufig Klippen auftun, zeigt diese Produktion deutlich.
Laufenberg geht von der These aus, dass in unserer Gesellschaft Treue und Moral an Wert verloren haben und dieser Verlust alltäglich geworden ist. So gesehen fehlt die Grundlage, um Don Giovanni als revolutionären Verstörer zu interpretieren. Bei Laufenberg ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Musiktheater der Weimarer Republik ist noch immer für Überraschungen gut. Ulm hat jetzt «Sancta Susanna» ausgegraben, jenes 1921 entstandene Stück des jungen Paul Hindemith, das die beiden zuvor komponierten Einakter «Mörder, Hoffnung der Frauen» und «Das Nusch-Nuschi» zum Triptychon ergänzen und abrunden sollte. Doch das auf ein Dramolett des...
Wenn Filmregisseure Oper inszenieren, ist das Ergebnis oft erstaunlich konservativ. Sei es aus Ehrfurcht vor der hohen Kunst oder schlicht aus Unbeholfenheit scheuen sich die meisten Filmemacher, die Möglichkeiten ihres Mediums auf die Opernbühne zu übertragen und inszenieren statt dessen lieber kreuzbrav am Libretto entlang. Die Britin Penny Woolcock ist da leider...
Das Versprochene trat zwar nicht ein – dafür gab es eine Strauss-Erfüllung ganz anderer Art. Weniger apokryph: Das «Salome»-Parlando, dessen betonte Pflege Christoph von Dohnányi in Aussicht gestellt hatte, verflüchtigte sich in Zürich bald – dazu geriet der orchestrale Part zu massiv, gingen die Forte-Wogen zu häufig hoch. Doch unter diesem Vorzeichen gelang seine...
