Die Angst vor dem Märchen
Es ist eine jener Premieren, die geradezu schizophren wahrgenommen wird: Fast geschlossen freut sich die zahlreich erschienene Presse an Christina Gassens Inszenierung von «Hänsel und Gretel» am Mainzer Staatstheater. Doch beinahe ebenso geschlossen hatte das Premierenpublikum lautstark gegen die Deutung votiert – Publikumsbeschimpfung aus den eigenen Reihen eingeschlossen.
Was war geschehen? Nichts, was einen geneigten Theaterbesucher anderswo entsetzen müsste.
Die junge Regisseurin, die ihr Handwerk von Intendant Georges Delnon gelernt hat und schon für zahlreiche inspirierende Erlebnisse auf der Mainzer Studiobühne TiC verantwortlich zeichnete («Die schöne Galathée», Kreneks «Vertrauenssache»), spürt auf der Bühne des Großen Hauses dem dunklen Sinngehalt des Märchenstoffes nach. Kein Zauberwald, kein Hexenhäuschen – aber das ist nun wirklich nichts Neues mehr. Oder für Mainz etwa doch?
Rückblende: Das Mainzer Theater erfährt noch keine fünfzehn Jahre «Staatstheater»-Würde, und die inhaltliche Füllung dieses Begriffes ist mit dem scheidenden Schweizer Intendanten Delnon verbunden, der dem Theater erst seit 1999 vorsteht. Immer noch gibt es in der Karnevalsmetropole Tabus ...
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Frau Rosenberg, als Sie 2001 als Intendantin in San Francisco antraten, hatten Sie hoch gesteckte Ziele und wollten das Publikum sowohl mit einer Menge dort unbekannter Musik als auch mit Regietheater europäischer Prägung konfrontieren. Wie viel davon konnten Sie verwirklichen?
Ich denke, ich habe etwa die Hälfte von dem erreicht, was ich wollte. Ich habe, milde...
Wie schon im «Rheingold» stellt Christine Mielitz bei ihrer «Walküren»-Deutung die Abrechnung mit den Überirdischen, auf die Richard Wagner das irdische Versagen menschlicher Beziehungen und Verflechtungen projiziert, in den Mittelpunkt. Mielitz’ entlarvende Regie ist politisch und gesellschaftlich klar auf heute bezogen. Manches gelingt ihr befreiend und...
Herbert Wernicke hätte es wohl gefallen, dass sein Basler Bühnenbild für den ersten Teil von Händels «Israel in Egypt», das letzte, das er vor seinem Tod im Frühjahr 2002 noch entwerfen konnte, in der Jubiläums-Inszenierung der «Lustigen Witwe» in Hannover konserviert und produktiv weiterentwickelt wird. Mit dem Zuschauerraum des Bayreuther Festspielhauses auf...
