Der Unermüdliche

Kirill Petrenko ist, wenig Wunder, erneut «Dirigent des Jahres». Und doch hat sich einiges verändert. Eine Annäherung

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Natürlich konnte dies kein Interview werden. Weil Kirill Petrenko es bekanntlich ablehnt, sich dem Duett mit einer Journalistin oder einem Journalisten auszusetzen. Dabei folgt er gar nicht dem Diktum Wolfgang Rihms, Musik sei «überhaupt nicht besprechbar». Rihm selbst verstößt ja ständig und wortgewaltig gegen dieses selbst erklärte Naturgesetz, und auch ein Dialog mit Petrenko ist möglich. Manchmal nur, einige Jahre ist das her, nach einer wie beiläufig fallengelassenen Frage, welche «Tannhäuser»-Fassung, welche Striche er bevorzuge.

Da nimmt er nach der offiziellen Pressekonferenz den Faden nochmals auf, um alles im Zwiegespräch zu erläutern und selbst Rückfragen zu stellen. Ganz offen läuft so etwas ab, charmant, humorvoll. Vielleicht weil es nicht um Petrenko selbst geht, sondern um seine Heimat: «Es klingt vielleicht etwas pathetisch», sagte er in einem online dokumentierten Gespräch mit Alexander Bader, dem Klarinettisten der Berliner Philharmoniker: «Aber ich fühle mich in der Musik zu Hause. Eine geografische Heimat zu nennen, das ist schwierig.» 

Also derzeit Lebensmittelpunkt Berlin. Und Lebensabschnittsensemble Philharmoniker. Schon wieder hat es Kirill Petrenko in der ...

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Opernwelt Jahrbuch 2022
Rubrik: Dirigent des Jahres, Seite 36
von Markus Thiel

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