Der Krise trotzen
Am 29. Juni 2010 schien die Sonne über Italien, und sie schien im Norden wie im Süden, im Westen und im Osten. Doch so sehr Helios auch strahlte – das Unwetter, welches ein Mann namens Sandro Bondi ins Werk setzte, war ungleich stärker. Denn an diesem für sämtliche Künste rabenschwarzen Tag passierte jenes Gesetz, das der italienische Kulturminister – mit hoher Gewissheit im Auftrag von Ministerpräsident Silvio Berlusconi – ersonnen hatte und das sogleich als Bondi-Dekret traurige Berühmtheit erlangte, den Senat. Ein Desaster wurde rechtskräftig.
Daran ändert auch die Revolte vieler Kulturschaffender wenig. Mag die Vision eines gänzlich opernlosen Landes zum gegenwärtigen Zeitpunkt (noch) übertrieben anmuten, radikal sind die Einschnitte in jedem Fall, und sie bedrohen die Existenz zumal der kleinen Häuser von Triest bis Cagliari. Von den bisher rund 340 Millionen Euro, die aus dem Theaterfonds «FUS» flossen, wurde ein Drittel gestrichen. Zwei Jahre darf niemand eingestellt werden, erhöhte Subventionen sind nur noch zu bewilligen, wenn gleichzeitig Sponsorengelder eingeworben werden können, Haustarife gibt es faktisch nicht mehr.
Aber Festivals, die gibt es. Noch. Von Macerata ...
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