Der Heldenkomiker
Ponnelle! So schießt es einem unwillkürlich durch den Kopf, wenn der Zürcher Vorhang sich zu Mozarts «Il re pastore» öffnet. Wie’s der große Jean-Pierre so oft praktizierte: ein üppig-barockes Brunnen-Ambiente der wülstig wuchernden Treppen-Symmetrie mit einigem Symbolgetier. Indes, Luigi Perego war’s wieder mal. Er kleidete Mozarts Huldigungs-«Serenata» ein. Apropos Kleider: Die Gestalten sind Bildschöpfungen Bouchers und Fragonards entlehnt, und die eigens von einer St. Gallener Firma auf Polyesterstoff gedruckten kompletten Vorlagen zieren Peregos zaubrische Kostüme.
Der Clou dabei: Die britischen und amerikanischen Museen haben schon die Absicht angemeldet, ihre Rokoko-Originale zusammen mit den Kostümen auszustellen.
Inszeniert hat Grischa Asagaroff, einst Ponnelle-Assistent und -Restaurator, seit Jahrzehnten künstlerischer Betriebsdirektor und eine Art Hausregisseur in Zürich. Man weiß es: Er ist kein Überflieger, aber er kann’s. Wir haben es mit einer Mozart/Metastasio-Deutung zu tun, die solide daherkommt und gewieft mit dem einschlägigen Gesten-Material hantiert. Und sie ist auch nicht ohne Witz. Vom sachten Ironie-Potenzial, der unaufdringlich-inspirierten ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Heinz W. Koch
Es leuchtet ein, dass sich Antonio Pappano im Zuge seiner frisch entdeckten Rossini-Begeisterung zunächst «Guillaume Tell» zugewandt hat: Schließlich steht der «Tell» als französische Grand Opéra eines emigrierten Italieners für die Symbiose aus italienischen Wurzeln und musikalischem Weltbürgertum, die auch den in Großbritannien und den USA aufgewachsenen...
Irgendwann geht auch die längste Intendanz mal zu Ende. «Goodbye Nic» hieß es in diesem Jahr in Göttingen – denn bei den Internationalen Händel-Festspielen steht eine Zeitenwende an. Nicholas McGegan, seit 1991 Künstlerischer Leiter des ältesten deutschen Händel-Festivals, verlässt seinen Posten in der niedersächsischen Universitätsstadt und wird die Geschicke des...
ARTE
1.8. – 6.00 Uhr
Mozart in Aix-en-Provence.
Arienrezital der Stipendiaten für Gesang und Piano der «Académie européenne de musique».
1.8. – 10.05 Uhr
Wanderer ohne Ruhe.
Film von Bruno Monsaingeon über den polnisch-ungarischen Pianisten Piotr Anderszewski.
2.8. – 5.00 Uhr
Die Schönheit der Stimme.
Film von Sabine Gisiger über drei Sänger des Opernstudios Zürich, die von...
