Der Gladiator

Warum sich Erwin Schrott mit seinem neuen Recital blamiert

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Willkommen in der Welt der Posen. Warum sollte ein Opernsänger nicht Ronaldos Pfauengehabe imitieren? Willkommen in der Welt des Halls, der die Stimme riesenhaft schwellen lässt. Welche Zauberkunst war es, die ihr in der tiefen Lage bassbaritonale Fülle geschenkt hat und in der Höhe (klanglich seltsam abgekoppelt von der mittleren Lage) tenorale Töne, die an den legendären Josef Metternich erinnern? Willkommen in der Welt der Kraftmeierei, die das von Méphistophélès besungene Goldene Kalb mit dem Mittel vokaler Testosterone zum Ochsen wachsen lässt.



Willkommen in der Welt von Erwin Schrott. Dort werden dunkle Vokale um eines Forte willen mit einem grölenden Indifferenzlaut gebildet. Dort werden lange Noten megaphonisch verstärkt, die kleinen dagegen flach und resonanzarm gesungen. Ob als Escamillo oder Attila, Mefistofele oder Scarpia: Der Bariton aus Uruguay gefällt sich in der Rolle des Gladiators. Die Arie des Dapertutto singt er, bei unsinnig raschem Tempo, mit protzender Kraft, aber ohne die farblichen Valeurs einer suggestion diabolique. Im Studienbuch des großen französischen Martial Singher hätte er nachlesen können, dass  es im Couplet des Escamillo tatsächlich einige ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Medien, CDs, Seite 25
von Jürgen Kesting

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