Der deutsche Kaiser war begeistert
Als 19-jähriger Student hörte Ruggero Leoncavallo in Bologna Vorlesungen des Dichters Giosuè Carducci, der ihm die Welt der italienischen Renaissance nahebrachte, und machte die persönliche Bekanntschaft von Richard Wagner, der im Dezember desselben Jahres zu einer Aufführung seines «Rienzi» angereist war. Einige Biografen wollen wissen, dass Leoncavallo zum Meister aus Bayreuth über sein Projekt einer Trilogie «Crepusculum» sprach und von diesem ausdrücklich ermutigt worden sei, es auszuführen.
Tatsächlich nahm er es aber erst ein Jahrzehnt später, nach abenteuerlichen Wanderjahren, in Angriff. Der Bariton Victor Maurel, dem er in Paris als Korrepetitor gedient hatte und der jetzt als Verdis erster Jago in Italien ein berühmter Mann war, setzte sich bei dem Verleger Giulio Ricordi für ihn ein. Der sicherte sich die Rechte an «I Medici», dem ersten Teil der Trilogie, machte aber keine Anstalten, sie aufzuführen, denn er schätzte die literarischen Talente Leoncavallos weit höher ein als seine musikalischen und wollte ihn vor allem als Librettisten für andere Komponisten gewinnen.
Erst der spektakuläre Erfolg der «Pagliacci» (1892) ermutigte den Verleger, auch das frühere Werk ...
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