Der Charme des Intimen

Klein, aber fein: das neue Haus des Wexford Opera Festivals

rland hat sein erstes Opernhaus. Die bequeme, mit hellblauem Leder bezogene Bestuhlung, die schöne Holzverkleidung aus amerikanischem Nussbaum, die geräuschlose Belüftung des Auditoriums und eine wunderbare Akustik (ausgetüftelt hat sie Jeremy Newton von Arup Acoustics) – das funkelnagelneue Gebäude in Wexford ist ein voller Erfolg. Es bietet 780 Plätze auf drei Ebenen, wenn der Orches­tergraben gebraucht wird; zum Sprechtheater umgerüstet, stehen 854 Plätze zur Verfügung. Unter Straßenniveau liegt zudem ein kleiner Studiosaal für 175 Zuschauer.

Er ist ungefähr so groß wie die Hauptbühne und kann deshalb auch für Proben genutzt werden. Planung und Ausführung lagen in der Hand der öffentlichen Bauverwaltung, die Federführung hatten der Architekt Ciaran McGahon und der britische Theaterarchitekt Keith William. Für das Projekt machte die irische Regierung 27 Millionen Euro Steuergelder locker, sechs Millionen hatte das Wexford Opera Festival gesammelt.
Aus eigener Kraft hätte das Festival nie ein neues Opernhaus errichten können. Nur etwa 10 000 Menschen leben in der Stadt, das County Wexford zählt gut 130 000 Einwohner. Der Ruf des 1951 von dem Arzt Tom Walsh gegründeten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Tom Sutcliffe

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Beruhigungsintendant

Günther Rühle, seit den sechziger Jahren maßgeblicher deutschsprachiger Theaterkritiker, 1985 bis 1990 sogar selbst Intendant am Frankfurter Schauspiel, hat im März 1984 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Essay veröffentlicht: «Intendant gesucht» (wiederveröffentlicht in dem suhrkamp taschenbuch «Was soll das Theater?»). Zugegeben: Der Text, aus dem wir...

Stimmenfest

Wer der notorischen Händel-Renaissance auf den deutschen Bühnen etwas entgegensetzen will, bekommt vom Plattenmarkt eine gute Vorlage: Besonders das französische Label Naïve hat sich um die Wiederbelebung des italienischen Barockmeisters Antonio Vivaldi verdient gemacht und hochgelobte Gesamtaufnahmen vorgelegt, Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder Simone Kermes...

Sex'n' Error

Vor sechs Jahren schaffte es die Königliche Oper von Kopenhagen, an den internationalen BarockopernBoom anzuschließen. Dafür sorgten vor allem Lars Ulrik Mortensen mit seinem Orchester Concerto Copenhagen und Countertenor Andreas Scholl, der bei dieser Gelegenheit als Giulio Cesare seine zweite Bühnenproduktion bestritt (siehe OW 7/2002). Nun will das Haus an den...