Der Blick zurück

Puccini: Tosca am Teatro Costanzi Rom

Opernwelt - Logo

Puccinis «Tosca» firmiert in der italienischen Kapitale unter dem Rubrum «Lokaloper». Ein Wunder ist dies nicht, Handlungsorte und auch das Haus, in dem das Werk aus der Taufe gehoben wurde (das Teatro Costanzi), befinden sich allesamt in Roms Altstadt. Adolf Hohensteins Bühnenbilder und Kostüme für die Uraufführung anno 1900 leben in den zahlreichen Nachfolgeproduktionen fort. So auch in der Neuinszenierung von Alessandro Talevi.

Das rekonstruierte Bühnenbild mit dem Interieur der Kirche Sant’Andrea della Valle und der Plattform der Engelsburg wirkt so, als habe sie ein akademischer Architekturmaler angefertigt. Erstaunlich sind die Grundrisse der Hohenstein’schen Bühnenbilder. Die nämlich verführen keineswegs zum Rampensingen, sondern bieten beste Voraussetzungen zu aktionsgeladener Bewegung.

Scarpias Gemach im Palazzo Farnese etwa ist eine überreiche Variation von Rechteck-, Konkavund Konvexformen; die in einer Nische befindliche, unscheinbare Tür scheint eher auf die Dienerschaft-Treppe als in die finstere Folterkammer zu führen – eine perfekte Tarnung für den Sadismus des Polizeichefs. Effektvoll der Saal im Palazzo Farnese mit den an Gerüsten angebrachten, bemalten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Michael Kaminski

Weitere Beiträge
Wenn die Zeit stillsteht

Es gibt ein paar Regeln des Betriebs, die bei Adriana González sogleich außer Kraft traten. Eine davon lautet, dass es für junge Sängerinnen und Sänger gut ist, sich zunächst in einem Ensemble zu entwickeln, Sicherheit zu bekommen. Eine andere, die damit zusammenhängt, lautet, dass es für junge Sängerinnen und Sänger gut ist, das Repertoire nicht hektisch, aber...

Zeitengewitter

Bereits 2018 hatte die Wiener Volksoper ein Buch herausgebracht: «Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt». Die Autorin Marie-Theres Arnbom zeichnet darin das Schicksal all der, zumal jüdischen Künstler nach, die das Haus nach dem «Anschluss» Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 verlassen mussten, festgemacht an der Operette, die auf dem Spielplan stand,...

Sirenenzauber

Was wäre die Oper ohne die Liebe, ohne Venus, Amor und die durch sie erregten widersprüchlichen Emotionen? Das fragen die Sopranistin Marie Perbost wie der Haute-Contre Cyrille Dubois in ihren Recitals und haben dafür die französische Barockoper während der langen Herrschaft Louis‘ XV geplündert, als sich gegenüber den zeremoniellen Tra -gödien Lullys ein neuer...