Der Blick zurück
Puccinis «Tosca» firmiert in der italienischen Kapitale unter dem Rubrum «Lokaloper». Ein Wunder ist dies nicht, Handlungsorte und auch das Haus, in dem das Werk aus der Taufe gehoben wurde (das Teatro Costanzi), befinden sich allesamt in Roms Altstadt. Adolf Hohensteins Bühnenbilder und Kostüme für die Uraufführung anno 1900 leben in den zahlreichen Nachfolgeproduktionen fort. So auch in der Neuinszenierung von Alessandro Talevi.
Das rekonstruierte Bühnenbild mit dem Interieur der Kirche Sant’Andrea della Valle und der Plattform der Engelsburg wirkt so, als habe sie ein akademischer Architekturmaler angefertigt. Erstaunlich sind die Grundrisse der Hohenstein’schen Bühnenbilder. Die nämlich verführen keineswegs zum Rampensingen, sondern bieten beste Voraussetzungen zu aktionsgeladener Bewegung.
Scarpias Gemach im Palazzo Farnese etwa ist eine überreiche Variation von Rechteck-, Konkavund Konvexformen; die in einer Nische befindliche, unscheinbare Tür scheint eher auf die Dienerschaft-Treppe als in die finstere Folterkammer zu führen – eine perfekte Tarnung für den Sadismus des Polizeichefs. Effektvoll der Saal im Palazzo Farnese mit den an Gerüsten angebrachten, bemalten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Michael Kaminski
Ein Vorspiel auf dem Theater, das es in sich hat: Eigentlich ist ja «La Fest» angekündigt, eine «Musiktheaterkreation» mit Musik von Bach, Händel, Vivaldi und anderen. Aber die gibt es erst später – so jedenfalls Eric Gauthier, der sich an der Staatsoper Stuttgart mit dem Abend nicht bloß als Regisseur vorstellt, sondern gleich auch den Maître de Plaisir gibt, der...
Während (nicht nur) in Moskau noch ausgiebig darüber diskutiert wurde, was es bedeutet, dass Valery Gergiev demnächst auch Intendant des Bolschoi-Theaters wird, brachte das Haus zwei bereits angekündigte Premieren heraus. Auf der großen Bühne wurde Francisco Cileas «Adriana Lecouvreur» aufgeführt. Sofort stellte sich die Frage, ob uns heute, in den Tagen, Wochen,...
Mozarts «Ascanio in Alba» fristet im gängigen Opernrepertoire eher ein Nischendasein. Bei der Frankfurter Erstaufführung erstrahlt das Bühnenwerk aus der Feder des 15-jährigen Komponisten in zeitgemäßem Design. Regisseurin Nina Brazier und Bühnenbildner Christoph Fischer siedeln die von Kaiserin Maria Theresia für die Hochzeitsfeierlichkeiten eines Sohnes in...
