Der Blick zurück
Puccinis «Tosca» firmiert in der italienischen Kapitale unter dem Rubrum «Lokaloper». Ein Wunder ist dies nicht, Handlungsorte und auch das Haus, in dem das Werk aus der Taufe gehoben wurde (das Teatro Costanzi), befinden sich allesamt in Roms Altstadt. Adolf Hohensteins Bühnenbilder und Kostüme für die Uraufführung anno 1900 leben in den zahlreichen Nachfolgeproduktionen fort. So auch in der Neuinszenierung von Alessandro Talevi.
Das rekonstruierte Bühnenbild mit dem Interieur der Kirche Sant’Andrea della Valle und der Plattform der Engelsburg wirkt so, als habe sie ein akademischer Architekturmaler angefertigt. Erstaunlich sind die Grundrisse der Hohenstein’schen Bühnenbilder. Die nämlich verführen keineswegs zum Rampensingen, sondern bieten beste Voraussetzungen zu aktionsgeladener Bewegung.
Scarpias Gemach im Palazzo Farnese etwa ist eine überreiche Variation von Rechteck-, Konkavund Konvexformen; die in einer Nische befindliche, unscheinbare Tür scheint eher auf die Dienerschaft-Treppe als in die finstere Folterkammer zu führen – eine perfekte Tarnung für den Sadismus des Polizeichefs. Effektvoll der Saal im Palazzo Farnese mit den an Gerüsten angebrachten, bemalten ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Michael Kaminski
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JUBILARE
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