Der Berg leuchtet

Die Israeli Opera zieht mit «Carmen» in die Wüste

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In der Wüste bekommt man schnell ein Gefühl dafür, was wichtig und was unwichtig ist. Meinungsvielfalt und Streitlust schmelzen unter der erbarmungslosen Sonne hinweg, die Wüste zwingt zu klaren Entscheidungen. Nicht ohne Grund ist hier der Monotheismus entstanden, der nur einen Gott zulässt. Die Wüste fördert Konzentration und Klarheit des Geistes. So gesehen ein toller Ort für Kunst – und für Oper. Hanna Munitz, Intendantin der Israeli Opera in Tel Aviv, denkt das schon lange.

Seit 2010 setzt sie ihren Traum in die Tat um: Jedes Jahr im Juni wird zu Füßen des Masada-Felsens am Toten Meer eine Oper aufgeführt. Um Stille, Bescheidenheit oder Demut vor der Natur geht es dabei allerdings weniger. Das Ganze ist ein Event, ein Volksfest, der Aufwand biblisch. Für fünf Vorstellungen wuchten 2000 Arbeiter eine kleine Opernstadt in eine lebensfeindliche Umgebung, in der die Luft am Tag bei 40 Grad brennt. Unverzichtbar, auch in der Nacht, ist da die PET-Wasserflasche, die im VIP-Bereich kostenlos ausgegeben wird. 7500 Plätze fasst die Tribüne, es gibt nur eine Straße, und trotzdem funktioniert die Anreise reibungslos. Die Gesamtkosten liegen bei 30 Millionen Schekel (sechs Millionen ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Udo Badelt

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