Das richtige Maß

Donizettis frühe Buffa «Olivo e Pasquale» und Mercadantes «Francesca da Rimini» auf DVD

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Die Geschichte vom Kaufmann, der seine in einen Mittellosen verliebte Tochter auf Teufel komm raus mit einem reichen Geschäftspartner aus dem Ausland verheiraten will, welcher aber dankend verzichtet und das Glück der Liebenden begründet, wurde schon in Rossinis einaktiger Farsa «La cambiale di matrimonio» (1810) behandelt.

In Donizettis früher Buffa «Olivo e Pasquale» (1827) wird die Rolle dieses Kaufmanns verdoppelt: Dem jähzornigen Olivo steht der gutmütige Bruder und Compagnon Pasquale gegenüber; aus diesem Kontrast bezieht das Stück einen Großteil seiner Spannung, seines Witzes. Jacopo Ferretti, der Autor der «Cenerentola», hat das Libretto verfasst; vieles darin erinnert an die großen komischen Opern Rossinis: das Verwirrungsfinale des ersten Aktes mit der bekannten Schiffbruch-Metapher, ein kaum weniger verwirrtes Sextett im zweiten Akt und ein (hier nicht enden wollendes) Schlussrondo der Primadonna.

Auch Donizettis Musik emanzipiert sich in diesem Werk erst zögernd vom großen Vorbild Rossini. In der zweiten Fassung für Neapel wurden die Rezitative durch gesprochene Dialoge ersetzt, die Hosenrolle des Liebhabers Camillo übertrug man einem Tenor. Diese Version liegt jener ...

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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Ekkehard Pluta

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