«Das ist schon etwas Besonderes»
Herr Rožeň, im Ausland werden Sie hauptsächlich als Dirigent für tschechische Musik wahrgenommen. Wie finden Sie das?
Ich denke, das ist ganz natürlich. Ein guter junger italienischer Dirigent wird zu Beginn seiner Karriere international hauptsächlich für italienisches Repertoire gebucht werden, ein tschechischer eben für tschechisches. Klar will ich nicht ewig in dieser «Schublade» stecken – aber aktuell habe ich damit überhaupt kein Problem. Ich liebe Martinů, Janáček, Smetana, Dvořák ...
Und natürlich kenne ich die Tradition dieser Musik, die Klangvorstellung. Ich habe das «im Blut» und kann es an ein Orchester weitergeben.
Gibt es tschechische Komponisten, die Sie bekannter machen wollen?
Ja! Zum Beispiel Miloslav Kabeláč, übrigens ein Schüler von Erwin Schulhoff. Seine Musik ist toll. Die vierte Symphonie habe ich mehrfach dirigiert, zuletzt im Mai in London mit dem BBC-Orchester, davor auch bei den Salzburger Festspielen, in Katowice, mit dem Ulster Orchestra in Belfast. Jetzt will ich gerne ein neues Stück vorstellen – so etwa von Kabeláč, den man im Ausland viel zu wenig kennt, oder von Martinů.
In Prag haben Sie an der Staatsoper extrem komplexe Werke erarbeitet, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Stephan Knies
Den Namen Charles Tournemire (1870–1939) noch nie gehört zu haben, ist keine Schande. Der langjährige Pariser Organist, Schüler des berühmten Charles-Marie Widor, ist einzig in Orgelkreisen durch die Werke für sein eigenes Instrument bekannt. Seine acht Symphonien werden so gut wie nie gespielt. Drei seiner vier Opern blieben bis heute unaufgeführt, darunter neben...
Dass es neben der italienischen auch eine prosperierende deutsche Barockoper gab, und das nicht nur am Hamburger Gänsemarkt, hat sich anscheinend noch immer nicht herumgesprochen. Italienisch klingt halt schöner, und von der süffigen Countermanie lassen wir uns alle nur zu gern verführen … Wie gut, dass das Theater Heidelberg auf seinem kleinen, feinen Festival...
Wo ist die Bühne? Außen oder innen?», fragt der Schauspieler und Tänzer Nicolas Franciscus (auf Ungarisch) im Prolog zu Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» am Theater Basel. Christof Loy mag vor allem Bilder, die im Inneren des Betrachters entstehen. Deshalb meidet er auch in dieser Regiearbeit, einer Koproduktion mit dem Teatro Real in Madrid, ein allzu...
