Das große Versteckspiel
Demos, Kundgebungen, Aktionstage, Diskussionen: Der Unmut über das Freihandelsabkommen TTIP ist groß. Es ist ein Protest ins Ungewisse: Er richtet sich gegen etwas, von dem niemand genau weiß, was es sein wird. Sicher ist bloß, dass TTIP kommen wird. Für die Wirtschaft ist die Angleichung der europäischen und amerikanischen Märkte gewiss ein Gewinn, für die subventionierte Opern- und Orchesterlandschaft womöglich eine existenzielle Bedrohung. Sie muss mit klaren Regelungen ausgenommen werden. Und das ist leider leichter gesagt als getan.
Denn die Grenzen zwischen Handelsware und Kulturgut sind kaum scharf zu ziehen. Versuch einer Inventur
Das Thema ist zäh und farblos, darum hat Jörg Haas den Teufel schon mal an die Wand gemalt. Der Hamburger Senat werde die Zuschüsse für das Schauspielhaus, das Thalia Theater und eine Reihe kleinerer Bühnen um die Hälfte kürzen, schreibt er in der «Hamburger Zukunftspost», sein Beitrag dreht sich um Hamburg im Jahr 2021. Fast alle Theater stünden vor der Schließung. Haas ist Sprecher des politischen Kampagnennetzwerks Campact. Sein Bericht ist nicht mehr als eine Schreckensvision, jedenfalls im Moment. Das erfundene Szenario geht so: Der ...
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Opernwelt Jahrbuch 2015
Rubrik: TTIP, Seite 98
von Florian Zinnecker
Etwas vom Besten, was Pascal Dusapin der Welt geschenkt hat, ist seine Klanginstallation «Mille plateaux», die 2014 bei den Donaueschinger Musiktagen vorgeführt wurde. Wer dieses audiovisuelle Kunstwerk aufsuchen wollte, musste eine Art Licht-Schleuse passieren und gelangte dann in einen rabenschwarzen Raum, wo ihn das Brausen eines mal stärkeren, mal schwächeren...
Neue Oper – in den USA erlebt sie einen wahren Boom. Längst bringen Uraufführungen auch Kassenerfolge. Komponisten wie Jake Heggie, John Corigliano, Mark Adamo oder Kevin Puts sorgen für volle Häuser. Mit bekannten (Film-)Stoffen und einer tonal verankerten Musik, die in der avantgardegeprüften Alten Welt ziemlich alt wirkt. Antimoderner Reflex? Kotau vor dem...
Noch immer hat niemand die Lücke geschlossen, die sie nach ihrem Abschied von der Opernbühne 1997 hinterließ. Welche Sopranistin reicht heute an ihre Vitellia, Abigaille oder Leonora heran? Fast vergessen ist, dass Julia Varady sich auch vehement für Musik des 20. Jahrhunderts einsetzte. Davon zeugt nicht zuletzt ein CD-Recital mit Liedern von Kodály, Bartók,...
