Das Ende im Anfang
Ring»-müde? Gilt nicht für Rhein-Main. Viele Opernbühnen der Region planen den tetralogischen Kraftakt. Da werden wohl wieder beträchtliche Kapazitäten gebunden. Oder ist der monumentale Viererpack inzwischen das Normalmaß für theaterunternehmerischen Ehrgeiz? Die Zustimmung des Publikums scheint, woran ein Walter Legge noch nicht glauben wollte, absolut sicher. In Frankfurt geht man jetzt offenbar ziemlich entspannt an die Nibelungenarbeit.
Stress-Touren à la Herbert Wernicke oder Christine Mielitz stehen nicht an, Rekordleistungen im Zusammenhang mit einem Schnellfeuer-«Ring» (vier Premieren in vier Tagen) sind sowieso nicht mehr zu überbieten. Nach einer «Walküre» im kommenden Oktober wird denn auch die gesamte nächste Frankfurter Spielzeit von vielen anderen, teilweise extravaganten Vorhaben (darunter die deutsche Erstaufführung von Aulis Sallinens «Kullervo») besetzt sein. Und die aktuelle «Rheingold»-Premiere behindert gegen Ende einer intensiven Saison offenbar keineswegs die aufwändigen Repertoire-Neuigkeiten «Daphne» (Strauss) und «La Damnation de Faust» (Berlioz).
Die frische Frankfurter Wagneriade wird von Vera Nemirova in Szene gesetzt, die am selben Haus vor einigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Anders als Bach, Mozart oder Beethoven hat Schumann mit seinen Biografen wenig Glück gehabt. Das letzte, zum Schumann-Jahr 2006 erschienene Buch von Martin Demmler («Ich hab’ im Traum geweinet») war gar ein intellektueller und sprachlicher Offenbarungseid – ein Text, der weder dem Menschen noch dem Musiker Schumann gerecht wird (statt die Restbestände dieses Opus...
Met-Intendant Peter Gelb hat in der ersten von ihm komplett selbst gestalteten Saison viel Pech mit den Stars gehabt. Von acht Premieren sangen nur in drei alle dafür vorgesehenen Protagonisten. Zwei davon waren die auf Stimmglamour verzichtenden 20.-Jahrhundert-Werke, die letzte der Saison war eine Rossini-Rarität, gedacht als schimmernde Vokalrobe für «the...
Der Alptraum hat nichts Exotisches. Er nistet mitten unter uns. Im ganz normalen Wahnsinn des kleinbürgerlichen Alltags. Auf der Bühne: Leute von heute in lässigen Klamotten. Steril, aseptisch, schreiend kalt mutet die Behausung dieser geschlossenen Gesellschaft an – ein weiß gleißender Kubus. Ein paar Umzugskisten, billiges Polstermobiliar, zwei diagonal...
