Das böse Mädchen

Stockholm, Strauss: Elektra

Eine gewaltige Last liegt auf jeder Sängerin, die in Stockholm die Rolle der Elektra singt. Das Königliche Opernhaus war die künstlerische Heimat Birgit Nilssons, und die sang hier nicht nur die erste schwedische «Elektra» überhaupt (tatsächlich erst 1965!), sondern regierte auch die folgenden anderthalb Jahrzehnte in ihrer Lieblingsrolle. Noch immer ist die Erinnerung an Schwedens Jahrhundertsängerin so lebendig, dass sich mit jeder neuen «Elektra» die Hoffnung verbindet, vielleicht eine würdige Nachfolgerin zu finden.

Die scheint im Augenblick allerdings nicht in Sicht: Katarina Dalayman, Schwedens derzeit bekannteste Hochdramatische (Nina Stemme ist ja klug genug, dieses Fach nicht allzu sehr zu bedienen), verfügt zumindest nicht über die unerschütterliche Konstitution ihrer Vorgängerin und war für die besuchte Vorstellung krankheitshalber abgemeldet. Ende Januar ist sie als Elektra in Baden-Baden unter Christian Thielemann angekündigt (mit TV-Übertragung).

Eine Einspringerchance für Yordanka Derilova. Die Bulgarin, Ensemblemitglied am Dessauer Theater, passt ideal in Staffan Holms Inszenierung: In dem mykenischen vollbusigen Frauenrudel, das mit tiefen Merkel-in-Oslo-Dekolletés, ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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