Da ist keinerlei Hoffnung
Zerborsten, ausgehöhlt wie eine Ruinenlandschaft klingt das Orchestervorspiel in Søren Nils Eichbergs «Oryx and Crake». Außer vereinzelten Glockenschlägen sind alle Klangfarben ausradiert. Erlahmt tönen die Instrumente in tief-rauem Spektrum. Vor diesem düsteren Tableau, das Dirigent Albert Horne mit dem Hessischen Staatsorchester präzise erschließt, lassen Regisseurin Daniela Kerck und Videokünstlerin Astrid Steiner auf transparenten Leinwänden weiße Blumen und Pilze aus dem Boden schießen.
Eine bizarre Vegetation mit der unwirklichen Leuchtkraft einer Computertomografie, neongrüne Kaninchen und blutrote Vögel halten sich darin versteckt.
Eichbergs vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden in Auftrag gegebene Oper «Oryx und Crake» nach dem gleichnamigen, 2003 erschienenen Roman von Margaret Atwood spielt dort in einer postapokalyptischen Welt. Snowman ist der vermeintlich letzte Überlebende einer tödlichen Pandemie, die in Wahrheit ein gezielter Anschlag war, um die Zerstörung des Planeten zu beenden. Genmanipulierte Wesen ersetzen den Menschen. Auf der Suche nach Medikamenten und Waffen durchquert Snowman, der früher Jimmy hieß, seine entvölkerte Heimat. Dabei überfallen ihn ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Silvia Adler
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