Foto: Erika Hebbert

Coole Sache

Seit acht Jahren gibt es in Nordnorwegen ein Orchester, das auch Oper spielt. Nun hat sich die Arctic Philharmonic mit Strauss nach Naxos begeben

Strauss? Ist das nicht der mit den Neujahrskonzerten? Schön, dass bei uns jetzt eine Oper von dem gemacht wird. «Ariadne auf Naxos»? Gab’s noch nie in Bodø. Wo, bitte schön? Na, oben in Nordland, zwischen Saltfjorden und Landegodefjorden. Bis zum Polarkreis rauf und dann noch mal 120 Kilometer Luftlinie.

Nicht nur für den Lokalreporter aus der abgelegenen Hafenstadt – die deutsche Kampfflieger 1940 in Schutt und Asche bombten, heute mit 50 000 Einwohnern nach Tromsø die zweitgrößte Kommune in Nordnorwegen – ist manches neu.

Auch für den Besucher aus Berlin, der eine Karte zu Rate ziehen musste, um herauszufinden, wohin genau die Reise eigentlich führt. Für die Musiker des Nordnorsk Symfoniorkester sowieso: Erst seit acht Jahren spielen sie zusammen, erstmals lassen sie sich auf eine Theaterpartitur von Richard Strauss ein. Und die Gesangssolisten liefern – von einer Ausnahme abgesehen – durch die Bank Rollendebüts ab. Christian Kluxen, der aus Kopenhagen eingeflogene Mann am Pult, gibt freimütig zu, dass «Ariadne» noch terra incognita war, als ihn der Ruf nach Bodø erreichte. Und selbst Katharina Jakhelln Semb, die Operndirektorin des kaum den Kinderschuhen entwachsenen Orchesters ...

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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Reportage, Seite 56
von Albrecht Thiemann

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