Diese Frau muss weg

Christof Loy leuchtet am Grand Théâtre de Genève Cherubinis «Medea» aus; Alexandra Deshorties glüht in der Titelpartie

«Cher Christof», «Très chère Jennie», «Salut Christof» oder einfach nur «Salut!» – auf sechs Seiten und in sieben Briefen geht das so. Die gemeinsame Annäherung ans Werk, das Fragen, das Umkreisen von Figuren, Bedeutung und Gehalt: Große, ehrwürdige Vorbilder kommen einem da in den Sinn. Der aktuelle Fall, abgedruckt im Programmheft, versammelt die Korrespondenz von Regisseur und Muse, von Christof Loy und Jennifer Larmore. Er war es, der die einstige Rossini-Mezzosopranistin zum Dramatischen anstachelte, 2012 zur Küsterin in Berlin und im selben Jahr zur Lady Macbeth in Genf.

Das Ergebnis ihres Briefwechsels allerdings, ein seltener Einblick in (Vor-)Konzeptionelles, dürfte vorerst nicht Bühnenrealität werden. Kurz vor der Premiere sagte Jennifer Larmore die Genfer «Medea» gesundheitsbedingt ab. Das, was in langen Schreiben und Proben erarbeitet wurde, musste nun binnen weniger Tage auf Alexandra Deshorties übertragen werden.

Anfängliche Enttäuschung, Hektik und Risiko, all dies spielte im Jubel dann keine Rolle mehr. Weil die Retterin aus den USA Luigi Cherubinis Gipfelpartie nicht nur «draufhat», sondern irgendwann einmal eingeatmet haben muss, auf dass sie nun mit jedem Blick, ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Markus Thiel