Chaos und Klimbim
Ist die Operette noch zu retten? Diese nicht. Jedenfalls nicht, wenn man es wie in Chemnitz macht. Dann bleibt von Eduard Künnekes amüsant-geistvoller Konversationskomödie größtenteils nur Klimbim übrig, irgendwo angesiedelt zwischen Musical und Varieté, überwölbt von einer Erzählung, die ihre eigene Botschaft durch komisch gemeinten Trubel permanent negiert.
Künneke hatte Ende der 1920er-Jahre nach einem äußerst dankbaren Stoff gegriffen: Heinrich Ilgensteins «Kammermusik» gehörte zu den erfolgreichsten Lustspielen jener Zeit.
Das Berliner Trianon zeigte es 1920 mit Hans Albers in der Hauptrolle, zwei Jahre danach schuf Paul Scheinpflug unter dem Titel «Das Hofkonzert» eine Opernversion, weitere drei Jahre später wurde die Sänger-Komödie mit Henny Porten verfilmt. Dann entwickelte Richard Keßler daraus das Libretto für Künneke: Der Tenor Niemeyer sucht einen neuen Job, aber am Hoftheater von Liebenstein sind nur unverheiratete Sänger willkommen, weil die Herzoginwitwe Ernestine nicht allein künstlerisches Interesse an Tenören hegt. Natürlich hat Niemeyer eine Frau, und die funkt mitsamt Kind im denkbar ungünstigsten Moment dazwischen – eine der wenigen wirklich köstlichen Szenen, ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Volker Tarnow
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