Chaos und Klimbim
Ist die Operette noch zu retten? Diese nicht. Jedenfalls nicht, wenn man es wie in Chemnitz macht. Dann bleibt von Eduard Künnekes amüsant-geistvoller Konversationskomödie größtenteils nur Klimbim übrig, irgendwo angesiedelt zwischen Musical und Varieté, überwölbt von einer Erzählung, die ihre eigene Botschaft durch komisch gemeinten Trubel permanent negiert.
Künneke hatte Ende der 1920er-Jahre nach einem äußerst dankbaren Stoff gegriffen: Heinrich Ilgensteins «Kammermusik» gehörte zu den erfolgreichsten Lustspielen jener Zeit.
Das Berliner Trianon zeigte es 1920 mit Hans Albers in der Hauptrolle, zwei Jahre danach schuf Paul Scheinpflug unter dem Titel «Das Hofkonzert» eine Opernversion, weitere drei Jahre später wurde die Sänger-Komödie mit Henny Porten verfilmt. Dann entwickelte Richard Keßler daraus das Libretto für Künneke: Der Tenor Niemeyer sucht einen neuen Job, aber am Hoftheater von Liebenstein sind nur unverheiratete Sänger willkommen, weil die Herzoginwitwe Ernestine nicht allein künstlerisches Interesse an Tenören hegt. Natürlich hat Niemeyer eine Frau, und die funkt mitsamt Kind im denkbar ungünstigsten Moment dazwischen – eine der wenigen wirklich köstlichen Szenen, ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Volker Tarnow
arte
02.03. – 05.05 Uhr
Bedřich Smetana: Dalibor
Die Prager Oper zeigt Smetanas Vertonung der Sage um den böhmischen Ritter Dalibor, der im Gefängnis so herzzerreißend Geige spielen lernt, dass sich täglich Menschen um den Gefängnisturm scharen, um ihm zuzuhören. Den Abschluss der Opernspielzeit des Prager Nationaltheaters im März 2020 dirigierte Jaroslav Kyzlink,...
Jean-Marie Leclairs am 4. Oktober 1746 in der Pariser Académie royal de musique uraufgeführte Tragédie «Scylla et Glaucus» war ein schneidender Misserfolg und wurde trotz einer sofortigen Überarbeitung bereits zwei Monate später nach 18 Vorstellungen abgesetzt. Es sollte der einzige Ausflug des berühmten Geigers und Instrumentalkomponisten in die Oper bleiben. Erst...
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Ein Rollen-Image, das man vielleicht hat, sucht man sich nicht unbedingt selbst. Man hat ein gewisses Timbre, also werden einem automatisch...
