Chance verpasst
Vor 80 Jahren begann die Metropolitan Opera damit, Nachmittagsvorstellungen ihrer
Produktionen im Rundfunk zu übertragen – damals noch auf nationaler Ebene. Die Besetzungszettel lesen sich wie ein «Who’s who?» der Oper des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder also, dass die erhaltenen Bänder schon in Zeiten der Langspielplatte kommerziell verwertet wurden und mit Beginn der CD-Ära einen regelrechten Boom auslösten.
Vieles erschien auf dem «Grauen Markt», doch es gab auch offizielle Veröffentlichungen bei Columbia, die später in den Fundus der Firma Sony übergingen, die jetzt eine neue Edition mit Aufnahmen überwiegend aus der Ära Rudolf Bings gestartet hat. Die ersten acht Titel liegen vor, interpretatorische Sternstunden darf man nur in wenigen Fällen erwarten, Stimmenfeste sind jedoch immer garantiert.
«Roméo et Juliette» mit Jussi Björling und Bidù Sayão (1947) wurde schon von verschiedenen Labels als CD veröffentlicht, ist sozusagen ein Klassiker und keine Premiere, wie die Firma behauptet. Die übrigen Aufnahmen sind tatsächlich neu auf dem deutschen Markt. Trotzdem ist ihr Sammlerwert nur bescheiden, echte Entdeckungen sind nicht darunter. Der Spielplan der Met hielt sich von jeher an ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Eugen Onegin» als Tragödie verfehlten Lebensglücks: So sieht Stefan Herheim Tschaikowskys Szenenfolge, mit der er an der Nederlandse Opera im Rahmen des Holland Festivals debütierte. Das Concertgebouworkest mit seinen überirdisch schönen Hörnern saß im Graben, Mariss Jansons dirigierte. Eine Luxusbesetzung. Manches Bild schärfte die Ohren wie der vorher in dieser...
Die Geschichte vom «Mann am Klavier» hat im 20. Jahrhundert mehrere Wandlungen durchlaufen, letztlich ist es eine Emanzipationsgeschichte. Längst sind die Liedbegleiter aus dem Schatten getreten (gelegentlich aus einem entwürdigenden Dunkel), längst wird die künstlerische Eigenständigkeit ihres Beitrags wahrgenommen, was sich auf der Bühne eher spiegelt als in der...
Die Eröffnungspremiere in der Arena di Verona ist mal wieder eine Zitterpartie bis fast zur letzten Minute. Angstvoll wandern die Blicke der Besucher gen Himmel – doch das Wetter hält. Der angekündigte Regen fällt nicht, am Ende reißt sogar der nächtliche Himmel auf, und während Violetta Valéry ihr Leben aushustet, steigt direkt hinter Bühne goldgelb der Vollmond...
