Mezzofortissimo

Cavalli: Il Giasone
Genf | Grand Théâtre

Bei der ersten Aufführung einer Oper Cavallis seit dem 17. Jahrhundert, 1952 in Florenz, führte Gustaf Gründgens Regie. Und selbstverständlich begleitete diese «Didone» ein modernes Orchester. Seitdem haben sich die Dinge geändert. Und zwar gründlich. «Il Giasone», das erfolgreichste Werk der frühen Operngeschichte, findet seit 1974 immer öfter auf die Bühne, der Einsatz spezialisierter Ensembles mit «historischen» Instrumenten ist heute selbstverständlich.

So auch in Genf, wo der argentinische Dirigent Leonardo García Alarcón als Star der Show agierte, mit sicherem Gespür für abwechslungsreiche Tempi und überraschende Übergänge. Langeweile kam da – und das ist keine geringe Leistung – bei der Folge von Rezitativen und kurzen «Nummern» in der um ein gutes Viertel auf knapp drei Stunden Spieldauer gekürzten Fassung nie auf.

Freilich: Die Allmacht eines Dirigenten, den es ja 1649 gar nicht gegeben hatte, führte zu empfindlichen Schieflagen. Alarcón versteht sich als Klangzauberer. In einem «Orchester» (Capella Mediterranea) mit nicht weniger als 24 Musikern lässt er auch zwei Zinken quäken. Manche Klangeffekte der Continuo-Gruppe erinnern an neapolitanische Mandolinen-Orchester. Der ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Anselm Gerhard