Buffa für Buffs

Sydney, Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen

Opernwelt - Logo

Während sich in Prokofjews Oper «Die Liebe zu den drei Orangen» das Publikum zu Beginn noch balgt, weil die einen zu Tränen gerührt werden, die anderen nur Tränen lachen wollen, tragen in Francesca Zambellos Inszenierung schnell schwule Opera-Buffs den Sieg davon. Die nützen das Tohuwabohu und stürzen sich mit beglückten Ahs und Ohs ins Vergnügen: Da tänzeln sie also auf George Tsypins Bühne wie giggelige Mädchen in der Schultoilette.
Francesca Zambello ist Expertin für den groben Strich, und mit dem wirft sie eine grellbunte Inszenierung ins Opernhaus von Sydney.

So eine komisch-kurzweilige Unterhaltung hat das Publikum offenbar noch nicht gesehen. Und die Kritiken dazu sind phantastisch. Gut für die Opera Australia, deren erste «Liebe zu den drei Orangen» ein Wagnis war, weil der Kartenverkauf bei so einem Stück kaum kalkulierbar ist.
Gut vor allem für den neuen Music Director Richard Hickox. Seit Beginn des Jahres ist der gestandene Brite Simone Youngs Nachfolger in Sydney und Melbourne. Nach finanziell kritischen Zeiten und viel Streit um die Nichtverlängerung von Youngs Vertrag muss er die Wogen glätten. Seine Aufgabe sieht er in exciting stability. Was er damit meinen könnte, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Clemens Prokop

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sternstunden eines Ensembletheaters

Die Deutsche Oper am Rhein ist mit Recht stolz auf ihre Tradition als Ensembletheater. Viele ihrer Sänger haben internationale Karrieren gemacht und sind trotzdem ihrem Stammhaus treu geblieben. Nicht alle freilich konnten sich ausreichend auf Tonträgern verewigen. Deshalb waren die Vorstellungen in Düsseldorf wie in Duisburg für «Piraten» von jeher beliebte...

Sketche am roten Faden

Die vielleicht wichtigste Aufführung der aktuellen Saison am Teatro Real in Madrid ist die Neuproduktion von «Il barbiere di Siviglia», die als Joint Venture mit dem Teatro São Carlos in Lissabon entstand. Nicht nur, weil das Stück zu den beliebtesten Opern des Repertoires gehört und in Spanien spielt. Sondern vor allem, weil für diesen «Barbiere» eine spektakuläre...

Tschaikowsky: Pique Dame

Eine Gruppe Touristen huscht an den Männern in grellem Orange vorbei. Von wegen Sonntagsspaziergang, hier wird gearbeitet! Kräne zerlegen die Standbilder vergangener Epochen, was früher war, interessiert heute keinen mehr, weg damit, nur das Neue zählt. So läuft das in Putins Russland. Sagt Regisseur Vilppu Kiljunen. Die Neureichen wickeln ihre Immobiliengeschäfte...