Britten: A Midsummer Night´s Dream
Stefan Soltesz, Chef der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musiktheaters, mag im Kreise seiner Untergebenen als gnadenloser Tyrann verschrien sein, doch seinen Laden hat er, wenn es um die künstlerische Qualität der angebotenen Produkte geht, fraglos zu einer der verlässlichsten Adressen in der deutschen Opernlandschaft gemacht. Und das keineswegs nur, so lange er selbst den Stab im Graben führt.
Jüngstes Beispiel für das hohe Niveau des Essener Hauses: ein vom Ersten Kapellmeister Pietro Rizzo musikalisch wunderbar delikat ausgeleuchteter, in warme Pastellfarben getauchter «Midsummer Night's Dream», an dem Benjamin Britten und (sein Co-Autor) Peter Pears gewiss ihre Freude gehabt hätten.
Der klanglichen Prägnanz entspricht zudem eine narrative Klarheit, die selbst solchen Zeitgenossen, welche mit Shakespeares Komödie (der Vorlage der 1960 in Aldeburgh erstmals vorgestellten Britten-Oper) nicht vertraut sind, die verschachtelten Handlungsebenen auf Anhieb erschließt. Michael Schulz sowie seine Ausstatter Dirk Becker und Renée Listerdal kehren vor allem den märchenhaften Zauber des Werks hervor – in einem Raum, der diverse Zeitschichten geschickt ineinander blendet. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als der chinesische Schauspieler, Sänger, Tänzer und Regisseur Chen Shi-Zheng vor sechs Jahren am New Yorker Lincoln Center die vier Jahrhunderte alte Oper «Der Päonien-Pavillon» auf die Bühne brachte, ein ursprünglich fünfundfünfzig (!) Akte umfassendes Werk des chinesischen Monteverdi-Zeitgenossen Tang Xianzu (1550-1616), kam dies in der westlichen Musikwelt...
Von Antonín Dvoˇráks zehn Opern hat es mit «Rusalka» gerade mal eine ins internationale Repertoire geschafft. «Jakobín» («Der Jakobiner») dagegen blieb schon wegen seines ausgeprägt folkloristisch und parodistisch überwölbten ernsten Sujets ein Außenseiter, der auch den Komponisten dramaturgisch nicht überzeugte – weshalb Dvoˇrák Jahre nach der Uraufführung (1889)...
Zur Feier des 80. Geburtstages von Pierre Boulez ist es ein Vergnügen, den «Spiegel» von 1967 (Nr. 40, 25. September) herauszusuchen. Schließlich ging dessen legendärer – einer redaktionellen Überspitzung entsprungener – Interview-Titel «Sprengt die Opernhäuser in die Luft!» in die Musikgeschichte ein. Was Boulez da sagte, ist nicht nur sehr unterhaltsam («Henze...
