Breakdance und Jolohohe

Am Kap der Guten Hoffnung soll der Fliegende Holländer seinen Bund mit dem Teufel geschlossen haben. So will es die Legende. Jetzt mischt Wagners Oper dort das Kulturleben auf. Möglich wird dasdurch grandiose schwarze Stimmen, privates Geld und sozialen Ehrgeiz

Opernwelt - Logo

I
 

Direkt am Kap der Guten Hoffung ist nicht viel zu sehen. Man steht im Windschatten eines unscheinbaren Felsenfingers. Touristen knipsen sich gegenseitig nach dem bewährten «Take your picture here»-Hinweis. Ein paar Meter entfernt schnüffeln zerzauste Strauße nach Gräsern und fressbaren Steinen, mit denen sie ihre Verdauung anregen. Wesentlich spektakulärer sieht die Sache vom benachbarten Cape Point aus. Vom Leuchtturm dort, 209 Meter über dem Meer, hat man einen Blick über die ganze False Bay, um die sich eine grandiose Küstenstraße schlängelt.

Von hier aus sieht man auch jene gischtumtoste Klippe, bei der viele Legenden ansetzen. Hier soll der holländische Kapitän Hendrick van der Decken seinen folgenreichen Schwur getan haben: Wenn ihm Gott nicht helfe, hier durchzukommen, dann eben der Teufel. Sein Schiff verschwand daraufhin (manche sagen: 1680) spurlos und geistert seitdem spukend um das Kap. Außerdem taucht es in der Oper eines Komponisten auf, der seinerseits den Survivaltrip einer Seefahrt mit offenem Ausgang machen musste. Natürlich ist Südafrika nicht der einzige Ort, der den «Fliegenden Holländer» für sich reklamiert. Auch in Sandvik, zwischen norwegischen Fjorden, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2011
Rubrik: Reportage, Seite 32
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Einzigartige Werkstatt


Die Opera North ist inzwischen die einzige britische Kompanie außerhalb Londons, die es richtig macht: Sie hat zwar kein eigenes Ensemble, besetzt die Rollen jedoch aus einem Pool von Künstlern, die dem Publikum bekannt sind. Außerdem hat sie ein breit gefächertes Repertoire inklusive neuer Werke auf dem Spielplan und verpflichtet größtenteils anerkannte...

Aufgeschminkt

So viel Hype war nie. Ein mit Silikon vollgepumptes Pin-up-Girl als Hauptfigur am Royal Opera House? Four-letter words, bis der Kronleuchter klingelt? Sex, Drugs & Rock’n’Roll, dass die Wände wackeln? Eine Hähnchenbraterei, ein Striplokal und ein geiler Greis auf der königlichen Bühne? Als bekannt wurde, dass Mark-Anthony Turnage, der 1960 geborene rough boy unter...

Klarheit und Freiheit

Zwei unterschiedlich große, weiße Kreise werden auf die dunkle Bühnenwand projiziert, ein schwarzer Monolith bricht auf und offenbart im Inneren einen Diamanten. Robert Wilson schafft Bilder von rätselhafter Schönheit. Er verführt mit seinem fremden Blick. Er dehnt die Zeit und öffnet den Raum. Es verwundert, dass nach dieser grandiosen «Norma»-Premiere lautstarke...