Body, electric
Riesenmedienrummel vor der Premiere: Das Künstlerkollektiv Gob Squad will einem Roboter Gefühle beibringen! Der Humanoid Myon ging dafür über zwei Jahre immer wieder mal für ein, zwei Tage bei diversen Abteilungen der Komischen Oper Berlin in die Lehre. Dafür ist Oper ja schließlich da, für die ganz großen Gefühle! Das Problem: Sie sehen ganz schnell ganz klein aus, wenn man die Lupe draufhält wie in «My Square Lady».
Während drüben im Sony Center am Potsdamer Platz die Europapremiere von «Terminator – Genisys» läuft, plaudert Gob Squad mit Ensemblemitgliedern über die Dinge, die das Menschsein halt so ausmachen, Liebe, Tod et cetera. Da wird allerhand Persönliches ausgepackt, Menschlich-Allzumenschliches. Und oft allzu Banales. Dazwischen Tophits aus der «Zauberflöte», «Traviata», «Carmen», «Orfeo ed Euridice», «Dido and Aeneas». Fast drei Stunden lang scharwenzeln alle um Myon herum. Und was hat der kleine Zyklop dabei gelernt? Wir fragen am nächsten Tag seinen Papa, den Neurorobotiker Manfred Hild. Die Antwort: Viel. Aber natürlich nicht gerade das, wovon in der Show die Rede ist. Myon kann nun außerhalb des Labors die Signalfarbe Rot erkennen, auch wenn die Beleuchtung ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Wiebke Roloff
Die diesjährige Operngabe des Mainfranken Theaters zum Würzburger Mozartfest erinnerte zwar weniger an die Musiktheatersphäre Mozarts als an das erst vorsichtig der barocken Repräsentativdramaturgie entwachsende Bühnenschaffen Haydns. Dennoch war es anregend, mit einem einst erfolgreichen Werk des venezianischen Meisters Baldassare Galuppi (1706-1785) Bekanntschaft...
Ein Adliger schwängert ein Bauernmädchen und lässt es dann sitzen. Drei Akte lang hofft die Verlassene auf seine Rückkehr, doch als sie Zeugin seiner Hochzeit mit einer standesgemäßen Braut wird, stürzt sie sich von einem Felsen. Gerade erst hat Regisseur Michael Sturm Stanislaw Moniuszkos 1858 uraufgeführte «Halka» am Pfalztheater Kaiserlautern vorsichtig...
In einer Oper genügen fünf Minuten, um einen Krieg glaubwürdig auf der Bühne zu zeigen. Im Schauspiel braucht man dafür vier Tage. Das ist die enorme Kraft der Musik. Wir kennen alle das Klischee des Opernsängers, der minutenlang singt, dass er jetzt abreisen wird. Aber als Schauspielregisseur bin ich davon fasziniert, wie unglaublich schnell Oper sein kann. Genau...
