Blut, Schweiss, Tränen

Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» mit dem belgischen Ensemble Musiques Nouvelles

Wie schööön, diese Melodien! Ach, wie sinnlich, diese Rhythmen! Exotik und Erotik! Das ist die Essenz des paso ocho. Das ist argentinischer Tango. So werden sie gern verklärt, die Musik und der Tanz, die sich seit dem frühen 20. Jahrhundert aus den Hafenkneipen von Buenos Aires über die Welt verbreiteten.

Besonders in Europa fanden die Instrumentalstücke und canciónes vom Río de la Plata eine stetig wachsende Fan-Gemeinde – allerdings meist in Arrangements, die ihre Kanten abschliffen, die Brüche und Sprünge übertünchten, dem stockend, unstet pochenden Herz des importierten Genres eleganten Gleichschlag verordneten.

Das musste auch Astor Piazzolla erfahren, Begründer des «Tango nuevo» und Schöpfer jener heute legendären «Tango operita», die vor bald fünfzig Jahren zum ersten Mal aufgeführt wurde: «María de Buenos Aires». Ein Hybrid zwischen E und U, Melodram und Passion, melancholischer Ballade und surrealem Poem. Eine Meta-Oper, die Entstehung, Glanz, Elend, Wiedergeburt des Tangos und seiner verzweifelt lebensgierigen Figuren reflektiert – in sechzehn musikalischen Bildern und dem traumhaft verdichteten Text des Librettisten Horacio Ferrer. An engagierten Streitern für die Sache ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 40
von Albrecht Thiemann