Barmherziger Rüpel

Ein amerikanischer Banker hat die erste Biografie des Belcanto-Impresarios Domenico Barbaja geschrieben

Er taucht in jeder Geschichte der Oper auf, besonders häufig freilich, wenn es um die des 19. Jahrhunderts geht, noch spezifischer: wenn von Rossini, Bellini, Donizetti und der Entwicklung des frühromantischen italienischen Melodramma, aber eben auch der Buffa die Rede ist. Dann wirft er einen langen Schatten, bleibt aber als dunkle Silhouette im Hintergrund, wird meist mit der pauschalen Bezeichnung «legendärer Impresario» abgespeist, der den genannten Komponisten das Arbeitsleben schwer machte. Ja, wir meinen Domenico Barbaja.

Es musste also erst ein amerikanischer, in Hongkong lebender Banker und Headhunter kommen, Belcanto-verrückt und furchtlos, außerdem bereit, der Recherche über diesen längst wieder im tiefen Brunnen der Vergangenheit verschwundenen, einst übermächtigen Paten der Oper fünf Lebensjahre zu widmen, um ein wenig Licht in dessen Lebensabrissdunkel zu bringen und die erste Barbaja-Biografie (in englischer Sprache) vorzulegen.

Die ist Philip Eisenbeiss als sympathisch sachliches Zeit- und Gattungsbild durchaus gelungen (und zum Klingen gebracht wird sie zusätzlich durch eine Naxos-CD mit Exzerpten aus Barbajas Opernaufträgen). Es scheint genau richtig, einen eher ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Manuel Brug