Sag nie wieder nie!

Seit 30 Jahren führt Ruggero Raimondi im Zweitberuf Regie. Nun hat er in Liège Berlioz’ «La damnation de Faust» inszeniert

Der Film ist Legende, sein Hauptdarsteller seither eine Ikone: Ruggero Raimondi gelang es in Joseph Loseys «Don Giovanni» von 1979, den Wüstling sowohl mit der Eiseskälte eines kalkulierenden Bösewichts als auch mit enormem Sex-Appeal auszustatten. Heute singt der charismatische Künstler nach eigenen Worten «nur noch in Benefiz-Konzerten». Aber er inszeniert, und zum wiederholten Male auch an der Opéra Royal de Wallonie in Liège. Nach Verdis selten gespieltem «Attila» wagte er sich nun an «La damnation de Faust» von Berlioz.

Zwei Stunden vor der Premiere wirkt Raimondi entspannt, heiter und abgeklärt: ein reizender älterer Herr mit erstklassigen Gentleman-Manieren, dessen charakteristisch scharfem Profil man den Don Giovanni sehr wohl noch ansieht. Müde ist er; es gab zahlreiche Krankheitsfälle, kurzfristig musste Paul Groves in der Titelrolle einspringen. Das schlaucht. «Erkundigen Sie sich in einem Monat wieder», antwortet er auf die Frage, was er als Nächstes inszenieren will, «jetzt würde ich sagen: nie wieder.» Spricht es aus und lacht, wissend, dass er es doch wieder tun wird.

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Raimondi auch im Zweitberuf als Regisseur; seine erste ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Regine Müller